Edelmetall

Das Ende des Goldrauschs

Für Goldanleger war es ein schlechtes Jahr. Fast 30 Prozent verlor der Preis für das Edelmetall und fiel am Freitag auf den tiefsten Stand seit drei Jahren. Sind das Einstiegskurse? Oder droht ein weiterer Rückschlag?
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Der Goldpreis ist unter 1200 Dollar je Feinunze gefallen.

Der Goldpreis ist unter 1200 Dollar je Feinunze gefallen.

DüsseldorfIn den Schaufenstern der Juweliere glänzt es vorweihnachtlich. Goldschmuck wird wohl auch in diesem Jahr unter vielen Tannenbäumen liegen und für strahlende Gesichter sorgen. Doch Goldanlegern hat es die Stimmung gründlich verdorben. Fast 30 Prozent hat das gelbe Edelmetall seit Jahresbeginn verloren – der erste Jahresverlust seit 13 Jahre und noch dazu ein heftiger. Vom Allzeithoch im September 2011 ist die Notierung noch weiter zurückgefallen.

Kurz vor Heiligabend versetzt Ben Bernanke dem Goldpreis den letzten Nackenschlag und die Unze fällt auf 1193 Dollar. Mit der Ankündigung, die Anleihekäufe zurückzufahren – Stichwort „Tapering“ – , wird das Edelmetall als Anlagealternative weniger attraktiv. Dieser Schritt war von den Märkten seit Monaten erwartet worden, immer wieder hatten Spekulationen über das Wann und Wie die Märkte bewegt und auch den Goldpreis belastet. Das Tapering ist Teil des schrittweisen Ausstiegs aus der Politik des billigen Geldes, das heißt, dass die Krisenmaßnahmen langsam zurückgefahren werden.

Deshalb erwartet Max Holzer, Leiter Asset Allocation bei Union Investment auch im kommenden Jahr keinen deutlichen Anstieg beim Goldpreis. „Die klassischen Gründe für ein Engagement – also die Rückversicherung gegen Krisen und der Inflationsschutz – sollten 2014 eine eher untergeordnete Rolle spielen“, sagt er. „Daher dürfte Gold im Jahresverlauf eher seitwärts pendeln.“

Auch Lars Edler, Leiter Investmentstrategie bei Sal. Oppenheim, ist überzeugt, das fallende Inflationserwartungen und der Start zur Normalisierung der US-Geldpolitik im ersten Quartal 2014 nicht für einen steigenden Goldpreis sprechen.

Das gelbe Edelmetall, das in den Hochzeiten der Krise von Rekord zu Rekord eilte, ist aus der Mode gekommen. Und das, obwohl die Krise noch nicht wirklich gelöst ist und die Finanzmärkte sicherlich noch einige Jahre bewegen wird. Hat Gold als sicherer Hafen ausgedient? Nicht unbedingt, meint Union-Experte Holzer. „Nur ist die See nicht mehr so stürmisch, dass Anleger den sicheren Hafen in großer Zahl ansteuern“, erklärt er. „Im Ergebnis fehlt dem Goldpreis der Wind in den Segeln – und damit der Impuls für eine erneute Aufwärtsbewegung.“

Es mangelt an der Nachfrage
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13 Kommentare zu "Edelmetall: Das Ende des Goldrauschs"

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  • OK - Gold ist (derzeit) eine Anlageform die sich der Kontrolle durch den Staat entzieht. Das ist allerdings keine Spezialität des Goldes sondern alleine der aktuellen Gesetzeslage geschuldet. Ein wie auch immer geartetes Handels- oder Besitzverbot von Gold kann das Jederzeit ändern. In diesem Fall mag zwar der Anleger auf seinen Barren sitzen - aber ein Verkauf ist schon alleine dadurch erschwert daß die Akzeptanz aufgrund der Rechtslage erheblich verschlechtert ist. Sprich: Der Preis würde dann entsprechend leiden.
    Ansonsten ist Gold kein Geld. Gold war nur Geld zur Zeit des Goldstandards als man Gold sozusagen "1:1" in jede goldgedeckte Währung tauschen konnte. Heute gibt es auf der ganzen Welt kein Land mit Goldwährung das mit seinem Warenangebot den Goldpreis stützt wenn die Nachfrage nach dem schieren Metall versiegt.

    Ansonsten bleibt halt der Verweis auf 1979/1980 - das Ende des letzten Gold-Hypes. Ein Ende das im Übrigen unter ähnlichen Gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen statt fand.

    Und dann noch die Frage an jeden Goldbug: Ich dachte immer Ihr wollt so viel wie möglich Gold besitzen - Warum habt Ihr eigentlich eure Gewinne nicht realisiert um Euch später mit entsprechend mehr weil dann billigerem Gold einzudecken?
    Fakt ist doch: Wer 2011 raus ist der muß noch nichtmal zwischendurch rund 100% mit dem DAX eingesammelt haben um sich schon heute 1/3tel mehr Gold kaufen zu können als er seinerzeit besaß. Wer derweil in Aktien war könnte heute also mehr als die doppelte Menge Gold besitzen.
    Ich glaube also die Goldbugs wollen gar kein Gold - die wollen vor allem rumnörgeln. Wem's gefällt...

  • Wer nach 1 / 1,95583, nach New York Times` simpler Grafik
    "Europe`s Web of Dept" vom 01. Mai 2010 (!!!) zu den EU- Schulden und allem was bisher geschah ein paar Kilo Gold "auf die Hand" besitzt, das zu DM Zeiten noch unglaubliche Desaster auf dem Kapitalmarkt unter altbekannter Regie beobachtet, wird sich auch nach dieser aktuellen Entwicklung des Goldpreise nicht von seinem schimmernden Metall trennen. Gestern in HH-
    Alster, kaum Reinkommen bei den führenden Juwelieren, Händlern des Goldes. Mechanisch goldene Uhren aus Spitzenfabrikation zu Preisen die selbst für einen Goldschmied in 5. Generation noch vor etwas mehr als einem Jahrzehnt für unvorstellbar gehalten wurden.
    Goldenes, wenn gleich auch nicht in reiner Form und in
    allen Variationen findet dabei reißenden Absatz ! Frage warum wohl ?
    Und nicht vergessen. Gem. www entspricht das Volumen des
    bislang weltweit geförderten Goldes bei einem Gesamtgewicht um 200.000 Tonnen, einem Tageswert bei ca. 6 Billionen Teuro, gerade einmal einem Würfel mit einer Kantenlänge von ca. 20 m. Fallender Preis für (allein) phys. Gold, eine gezielte Geldmengenausweitung in welcher Form auch immer passen nicht zusammen.
    Fazit: Gold, ein bleibender Wert für immer für seinen Besitzer, gerade in dieser Zeit...

  • Ich hab gerade mein Gold verkauft und mir Französische Staatsanleihen dafür gekauft.

    <ironie>Sie wollen doch jetzt nicht allen Ernstes sag, dass ich damit arm werde?</ironie>

  • Gold und Silber lieb' ich sehr,
    kann's auch gut gebrauchen.

    Sehr altes und kluges Lied. Viel älter als viele Papierwährungen.

  • Tolle Ratschläge: Buy high, sell low.

    Man kauft kein Gold, um reich zu werden. Man kauft Gold, um nicht arm zu werden.

  • Sehr schon von B. Shaw gesagt!

    Was momentan untergeht ist Papier-Gold. Das sind kurzfristige Schwankungen und kein Grund zur Beunruhigung.

    In the long run, Gold is always Triple-A!

  • Gold als Schutz gegen Raubzug von EZB und Staat?

    In einer historischen Ausnahmesituation - diese besteht nach wie vor, auch wenn der Patient „Papiergeld-Schuldensystem“ derzeit künstlich am Leben gehalten wird - ist der Besitz von Gold finanzielle Notwehr. Es beschützt Eigentumsrechte, die der Staat nicht mehr garantiert!

    Der Einbruch des Goldpreises fiel vor allem deshalb so deutlich aus, weil es ein sehr einflussreiches Kartell gibt, das an sinkenden Goldpreisen ein großes Interesse hat.

    Die Marionettenregierungen und int. Bankster, die in der Regel selbst große Mengen an Gold horten, möchten die Flucht aus dem Papiergeld stoppen. Zumal, da der Besitz von physischem Gold für die Staatsmafia nicht kontrollierbar ist, sofern Kauf und Verkauf anonym erfolgen.

    Stark fallende Goldpreise sollen den Privatanlegern das begehrte Edelmetall madig machen.
    Oder ist es etwa ein Zufall, dass der Goldpreis ausgerechnet auf dem Höhepunkt der Zypern-Krise einbrach?

    Richtig erfolgreich scheint diese Strategie jedoch nicht zu sein. Die absurden Höhenflüge der Internet-Währung Bitcoin belegen, dass viele Menschen aus den Papiergeldwährungen der globalen Schuldenmacher ( Bankster ) fliehen möchten.

    Doch kann sich die geballte Kraft der Manipulateure dauerhaft am Markt durchsetzen?

    Zweifel sind angebracht, denn wenn es vor zwei oder drei Jahren richtig war, Gold zu kaufen, dann kann es heute nicht falsch sein. Eher im Gegenteil. Die Pleitestaaten Südeuropas werden 2014 noch einmal höhere Schulden machen als 2013.
    Und ein Leitzins von 0,25 Prozent signalisiert sehr anschaulich, was Papiergeld wirklich wert ist – so gut wie nichts!

    Warum erfahren wir in den gleichgeschalteten Massenmedien nichts über das Schuldgeldsystem der int. Bankster?

    Wer steht hinter den gleichgeschalteten Massenmedien?

    Jeder der das nicht versteht, sollte im Internet nach "Schuldgeldsystem" bzw. "Das Zwangsgeldsystem Mario Fleischmann" oder "Prof. Bernd Senf - Tiefere Ursachen der Krise" suchen.

  • Naja jedes Jahr kommt zusätzliches Angebot auf den Markt, die Minen produzieren fleißig weiter. Die Menge ist also nicht konstant. Wertstabil würde ich bei der derzeitigen Entwicklung auch nicht wirklich sagen und das galt auch beim Anstieg. Die Volatilität ist höher als bei sehr vielen Aktien, nur ohne regelmäßige Zahlungen.

  • @ G4G

    Im Handelsblatt findet sich auch selten ein Redakteur der wahrheitsgemäß schreibt dass ein paar Geschäftsbanken im Büro einen Goldpreis fixen zu dem die Minen dann gefälligst liefern sollen.

    Weigern sich die Minen leihen sich die Geschäftsbanken auf unbegrenzte Zeit de facto fast umsonst Gold von den Zentralbanken um damit den Marktpreis zu drücken und die Minen gefügig zu machen.

    Belgien hat durch diese Drückung 90% seines Goldes in "Gold und Goldforderungen" gewandelt. Deutschland weigert sich den Bürgern klar zu sagen was noch an realem Gold (durch eine jährliche Inventur geprüft) vorhanden ist.

    Das geht solange die Zentralbanken noch Gold liefern können.

    Wenn Frankreich jetzt mit Militär in afrikanischen Goldförderländern aktiv wird und gleichzeitig massiv gegen den einheimischen Goldhandel vorgeht sieht das nicht nach gefüllten Schatzkammern und Krisenende aus.

    Zum Glück leben wir in D noch nicht in einem sozialistischen Land (in der DDR konnte man nicht einmal problemlos goldene Eheringe kaufen) und jeder darf seine Arbeitsleistung nach eigenem Ermessen speichern.

    Isländisches Tagesgeld. Griechische Staatsanleihen. Amerikanische Netscape-Aktien. BitCoins unbekannter Herkunft. Oder Edelmetalle. Jeder darf selber spekulieren womit er langfristig am meisten Gewinn erzielt.


  • Von Bloomberg im November 2012 befragte Analysten haben für das vierte Quartal 2013 einen Goldpreis in Höhe von 1.925,- U.S.-Dollar pro Unze vorhergesagt. Dies würde einem Preis von ca. 1.485 Euro pro Unze entsprechen.
    Diese Meldung (Bloomberg befragte) stammt aus November 2012.
    Fazit: KEINER hat eine Ahnung wohin sich der Preis bewegt.
    Deshalb, ruhig alle Prognosen ignorieren. Garnicht lesen.

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