Edelmetall
Glänzende Aussichten: Anleger greifen nach Gold

Anders als andere Rohstoffe hat Gold auch in der Finanzkrise kaum an Wert verloren. Viele Investoren suchen aus Angst vor einer weltweiten Inflation vor allem sichere Anlagen. Auch die Notenbanken der Schwellenländer greifen bei Gold zu und nutzen das Edelmetall verstärkt als Währungsreserve. Experten erwarten, dass der Aufwärtstrend anhalten wird.

KAPSTADT/DÜSSELDORF. Am Goldmarkt mehren sich die Anzeichen, dass der Preis aus seiner bisherigen Handelsspanne nach oben ausbrechen wird. Immer mehr Experten erwarten, dass eine Feinunze des Edelmetalls schon bald mehr als 1 000 Dollar kosten wird.

Zuletzt hatte sich der Goldpreis im Februar dieser Marke angenähert, die nur einmal kurz im März 2008 überwunden wurde. Seither ist der Preis durch Gewinnmitnahmen aber immer wieder zurückgefallen. Dies könnte sich nun ändern.

"Der Goldpreis befindet sich eindeutig in einem längerfristigen Aufwärtstrend", glaubt Jochen Hitzfeld, Rohstoffexperte bei Unicredit. Bis Ende 2010 rechnet er sogar mit einem Goldpreis von 1 400 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm). Voraussetzung dafür sei allerdings eine weitere "Kaufwelle der Investoren".

Anders als andere Rohstoffe hatte Gold im Zuge der Finanzkrise nur kurz nachgegeben und verlorenes Terrain schnell zurückerobert. Denn viele Investoren hatten Gold gekauft, das traditionell aus Anlegersicht als ein "sicherer Hafen" gilt. So sichern sich beispielsweise Finanzinvestoren mit Gold gern gegen Verluste beim US-Dollar ab. Diese Strategie ist seit Beginn der Finanzkrise aufgegangen. Während die Märkte weltweit kräftig fielen, blieb der Goldpreis weitgehend stabil und übertraf in der schlimmsten Phase der Krise andere Anlageklassen.

Seit dem Höchststand der Aktienmärkte vor 22 Monaten sind Aktien trotz ihrer jüngsten Erholung im Schnitt um rund 35 Prozent gefallen. Im gleichen Zeitraum konnte Gold fast 30 Prozent zulegen. "Wenn man Gold als eine Art Ersatzwährung betrachtet, ist es - wie die Entwicklung seit Ausbruch der Finanzkrise zeigt - noch immer eine der besten Anlageklassen", sagt Portfolio-Manager Sandy McGregor vom südafrikanischen Vermögensverwalter Allan Gray.

Mit der stetigen Erholung der Aktienmärkte seit März hat Gold inzwischen zwar einen Teil seiner Anziehungskraft als vergleichsweise sicheres Investment verloren. Doch die Sorge vor einem überzogenen Konjunkturoptimismus könnte dem Edelmetall schon bald Auftrieb verleihen und den Goldpreis über die Marke von 1 000 Dollar katapultieren. Experte Hilton Davies von der Gesellschaft SA Bullion hat keinen Zweifel daran, dass das Edelmetall schon bald wieder zulegen wird. "Gold steckt noch immer in einem starken Aufwärtskanal - und die fundamentalen Daten unterstützen dies."

Gold dürfte dabei vor allem von möglichen Inflationsängsten profitieren, wie sie die gewaltigen Konjunkturprogramme westlicher Regierungen geschürt haben. Eine Studie des von der Goldindustrie etablierten World Gold Council ist gerade erst zu dem Ergebnis gekommen, dass der Goldpreis zwischen 1974 und 2008 in Jahren mit hoher Inflation real im Schnitt um 15 Prozent gestiegen ist. Dies erkläre, weshalb viele Investoren Gold noch immer als Schutz gegen eine aus dem Ruder laufende Inflation kauften.

Seite 1:

Glänzende Aussichten: Anleger greifen nach Gold

Seite 2:

Seite 3:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%