Edelmetall
Gold gewinnt in der Finanzkrise an Glanz

Die internationale Finanzkrise hat das Vertrauen der Anleger weltweit erschüttert. Zwar zeichnet sich jetzt an den Aktienmärkten eine Bodenbildung ab, doch suchen die Investoren immer noch nach Sicherheit. Davon hat in den zurückliegenden Wochen vor allem das Edelmetall Gold profitiert. Es gilt seit jeher in Krisenzeiten als "sicherer Hafen".

DÜSSELDORF. Auf Dollarbasis hat Gold seit Mitte Oktober rund 200 Dollar zugelegt. Zeitweise rückte sogar das Allzeithoch von gut 1 030 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm) in Reichweite. Zuletzt schwankte der Goldpreis um 900 Dollar. Etwas schlechter sieht die Performance auf den ersten Blick für Euro-Anleger aus. Doch auch hier hat sich das Edelmetall seit Mitte Oktober um rund 100 Euro verteuert.

Die Sorge der Investoren spiegelte sich in massiven Zuflüssen in jene Exchange Traded Funds (ETFs) - also börsennotierte Fonds - wider, die mit Gold hinterlegt sind. Die Bestände des weltgrößten Gold-ETF, SPDR Gold Trust, überstiegen sogar die der Schweizer Notenbank. Nach Beobachtung der Commerzbank haben die Bestände des SPDR Gold Trust zuletzt zwar kaum noch nennenswerte Zuflüsse verzeichnet, verharren aber seit Ende März 2009 bei 36,25 Mio. Unzen. Die Bestände des ZKB Gold ETF erhöhten sich den Angaben zufolge dagegen noch einmal um gut 100 000 Unzen und erreichten den Rekordwert von 4,508 Mio. Unzen. Anleger kauften aber auch physisches Gold in Form von Münzen oder Barren.

Das Edelmetall hat seit dem Ausbruch der Subprime-Krise im Sommer 2008 "einmal mehr seine positiven Eigenschaften bei der Portfoliodiversifikation bewiesen", schreiben die Analysten der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) in ihrem soeben veröffentlichten "Commodity Yearbook 2009". Die Experten erwarten, dass Gold allein schon aus Sorge vor höheren Inflationsraten begehrt bleiben wird. Das Edelmetall gilt als klassischer Schutz gegen Inflation und als Instrument zum Erhalt der Vermögenswerte. Hinzu kommt: Fundamental spricht das tendenziell geringere Minenangebot für eher steigende Goldpreise. Die LBBW rechnet allerdings erst für März kommenden Jahres wieder mit einem Preis von 1 000 Dollar.

Etwas zuversichtlicher ist die Heraeus Metallhandels GmbH im Hinblick auf die Goldpreisentwicklung: "Im Moment sieht es danach aus, als ob das gelbe Metall in den nächsten zehn Wochen in einer Spanne zwischen 800 und 1 000 Dollar je Unze verharren wird." Damit hat die Gesellschaft ihre vorherige Prognose etwas nach unten korrigiert. Ursprünglich waren die Experten davon ausgegangen, dass noch im zweiten Quartal 2009 ein Allzeithoch bei 1 100 Dollar erreicht werde. Doch eine "Chance auf neue Rekordkurse" sieht Heraeus für das zweite Halbjahr.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%