Edelmetall
Goldpreis knickt ein

An den Aktienmärkten geht es kräftig nach oben - für Gold in die andere Richtung. Experten machen dafür die US-Notenbank verantwortlich. Ist es nur eine kurze Korrektur oder eine tiefgreifende Trendwende?
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FrankfurtDer Goldpreis hat am Mittwoch im Zuge schwindender Inflationssorgen nachgegeben. Die Feinunze verbilligte sich in London um zu 1,7 Prozent auf 1645 Dollar und lag damit so niedrig wie zuletzt am 25. Januar.

Vor allem die Aussagen der US-Notenbank nach der Zinssitzung am Vorabend drückten den Preis des Edelmetalls. Analysten zufolge scheint eine weitere deutliche Lockerung der US-Geldpolitik im Moment weniger wahrscheinlich. Damit sei ein wesentliches Kaufargument für Gold als inflationssichere Anlage entfallen, erklärte ein Börsianer.

„Gold ist in einer Abwärtsspirale gefangen, nachdem die Fed nicht wirklich über quantitative Lockerung gesprochen hat“, fügte Nick Trevethan, Rohstoffstratege bei der ANZ in Singapur, hinzu. Weitere Preisabschläge seien möglich, doch stützten die zu erwartenden Zentralbankkäufe und das große Interesse von Einzelhändlern in Asien den Preis. „Bei 1650 Dollar sollte im Moment Schluss sein“, fügte Trevethan hinzu.

Im Gegensatz zum Gold war Platin stärker nachgefragt. Erstmals seit September kostete Platin mit 1687 Dollar je Feinunze wieder mehr als Gold. Dies liegt Analysten zufolge daran, dass sich Platin zuletzt besser als Gold gehalten hat. „In den vergangenen Monaten dürften vor allem Schmuckhändler aufgrund des Preisvorteils vermehrt auf Platin zurückgegriffen und somit Gold substituiert haben“, erklärten die Commerzbank-Analysten. Zudem hätten Zuflüsse in Platin-ETFs den Preis gestützt. Daneben sorgten laut Börsianern Spekulationen auf Lieferengpässe für den Preisauftrieb. In einer der weltgrößten Platinminen des Förderers Impala Platinum konnten wegen eines monatelangen Arbeitskampfes fast 200.000 Feinunzen nicht gefördert werden. Dem Unternehmen zufolge dürften sich die Lieferungen im April dadurch halbieren.

Kommentare zu " Edelmetall: Goldpreis knickt ein"

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  • Doch,das Britische Pfund, das gab es schon 1726.Der Longitude Act,der Preis damals für das Lösen des Längengrad-Problems betrug 20.000 Pfund (allerdings war das damals der halbe Staatshaushalt)

  • Wie gehabt: kaum geht der Goldpreis mal ein paar Prozent zurück (schaut Euch mal den Goldchart seit dem Jahr 2001 an ;), sind die Verkünder der Goldblase wieder zur Stelle und verkünden die große Platze.

    Eine Goldblase wird sich bilden, wenn die Musik aufgehört hat zu spielen. Und die vielen Milliarden vagabundierenden Kapitals dringend einen sicheren Hafen suchen. - in ein paar Jahren. Dann aber haben wir andere Goldkurse als heute...

    PS: Genau vor 2 Jahren hatten wir einen Goldpreis von 26,27 EUR/gr. (817,- EUR/oz, siehe http://bit.ly/ACLZhN ). Wer damals von Kursen über 40,- EUR/gr gesprochen hat, den haben die Papierfans ausgelacht.

    Das Gleiche würde passieren, wenn heute einer von Kursen über 80 EUR/gr reden würde.

    Und Aktien sind heute ja "spottbillig". Mit den KGVs von gestern. Doch wie sehen die KGVs von morgen aus?

    Und was werden die Aktienkurse machen, wenn die FED und die EZB das Geld nicht mehr mit Hubschraubern abwerfen?

    Manchmal ist "return of investment" wichtiger als "return on investment". Und da liegt man mit Edelmetallen meiner Meinung nach goldrichtig.

    Soll einfach jeder das kaufen, von dem er glaubt, dass es das Beste ist.

  • @deltaone

    Tcha, die brauchen jetzt halt Blöde, die ihnen den ganzen Schrott wieder abkaufen, den sie sich in ihrer Panik zugelegt haben. Die haben sich so besoffen geredet und jetzt verkaufen sie ihren Kater auch noch als Großkatze. Das ist so putzig ...

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