Edelmetall-Handel
Der geheime Goldspeicher der Deutschen Bank

Die Banken haben das Geschäft mit Gold wiederentdeckt. Auch die Deutsche Bank mischt mit und baut einen neuen Goldspeicher in London. Davon ist nicht jeder begeistert.
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London/DüsseldorfDie Deutsche Bank wandelt auf den Spuren von Dagobert Duck. In London will das Geldhaus einen eigenen Goldspeicher bauen und damit das lukrative Geschäft mit physischen Edelmetallen ausbauen.

Dass die großen Banken so scharf auf Gold sind, war nicht immer so. In den 1980er- und 90er-Jahren ließen die Banker das Edelmetall links liegen, als Geldanlage kam es nicht infrage. Gold wirft keine Zinsen ab, hieß es. Als schick galten strukturierte Papiere, Derivate, virtuelle Vermögenswerte. Das Geschäft mit den Goldtresoren schien ein Auslaufmodell zu sein.

Doch in den vergangenen Jahren hat der Goldpreis eine rasante Rally hingelegt. Und seitdem denken die Banker um. Vor der Finanzkrise kostete eine Feinunze rund 600 Dollar, auf dem Höhepunkt der Krise fast 2.000 Dollar. Derzeit ist Gold etwa 1.660 Dollar wert.

Inzwischen läuft das Geschäft mit physischen Metallen zwar wieder glänzend – dafür aber ist aber der Lagerraum knapp. In der Vergangenheit wurden zahlreiche Lagerstätten dicht gemacht. Nun drängen die Banken wieder in diesen Markt, um von den attraktiven Mieten zu profitieren, die für die sichere Lagerung des gelben Metalls fällig werden. „Wir wissen, dass viele Klienten nach Wegen suchen, wie sie ihre Gold-Lagerung diversivizieren können“, sagt Raymond Key, weltweiter Chef des Metallhandels bei der Deutschen Bank. Der neue Goldspeicher werde dafür sorgen, dass die Bank schnell zu einer der führenden Clearing- und Verwahrbanken im Metallgeschäft aufsteige, hofft Key. Bis 2013 soll der Groß-Tresor fertig sein, den das Geldhaus gemeinsam mit der Sicherheitsfirma G4S baut.

Diejenigen, die schon seit Jahren auf dem Goldmarkt aktiv sind, wundern sich über das plötzliche Interesse der Banken. „Nachdem sich der Goldpreis vervielfacht hat, fangen die Banken an, Goldspeicher zu bauen. Das kommt reichlich spät“, sagt Martin Siegel, Chef der Stabilitas Fonds GmbH und Geschäftsführer der Goldhandelsfirma Westgold.

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  • Das der Speicher in London gebaut wird hat damit zu tun das in London der Fixingpreis für Gold, Silber, etc festgelegt wird. London Bullion Market Association (LBMA) http://www.lbma.org.uk/pages/index.cfm
    http://de.wikipedia.org/wiki/London_Bullion_Market

  • Achtung Tip: wenn man Gold zuhause lagern will, sollte man daran denken, dass man die Signatur des Metalls auch aus 20 Meter Entfernung noch orten kann, selbst durch Wände hindurch. Da ist es nötig den Tresor möglichst weit weg von den Aussenwänden im Inneren zu platzieren und an den Außenwänden zusätzlich Stahlplatten anzubringen, die den Ortungsimpuls blockieren und abschwächen. Je näher das Gold am Eisen (Tresor) ist, um so leichter ist es noch zu orten, wenn man nicht entsprechend zusätzlich vorsorgt. Einen Tresor findet man allerdings mit jedem handelsüblichen Metallsuchgerät. Es soll aber auch ein elektronisches Gerät geben, das die Rückstrahlung der Gold-Signatur modifiziert, um es als anderes Metall zu tarnen.

  • Gold gehört in die Schweiz mittels Edel Metall ETF! Fonds Sondervermögen und i.d.R. der Abgeltungssteuer unterliegend.

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