Edelmetall-Rally
Gold und Silber werden immer teurer

Verglichen mit anderen Rohstoffen hat Gold seit Jahresbeginn kaum zugelegt. Genau das sorgt jetzt für neues Interesse an dem Edelmetall. Noch gefragter ist Silber, das so teuer ist wie seit 1980 nicht mehr.
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DüsseldorfAnhaltende Inflationsängste und die aktuelle Dollar-Schwäche haben Anleger am Montag erneut in den „sicheren Hafen“ Edelmetalle getrieben. Gold kletterte den fünften Tag in Folge auf ein neues Rekordhoch und kostete zeitweise 1476,21 Dollar je Feinunze. Silber war mit einem Preis von bis zu 41,93 Dollar so teuer wie seit 1980 nicht mehr.

Mit dem erneuten Anstieg bauten die Edelmetallpreise ihre Gewinnserie auf neun aufeinanderfolgende Handelstage aus. So lang waren die Preise am Stück seit März 2008 nicht mehr gestiegen. Hintergrund des Anstiegs ist neben der Sorge vor Inflation vor allem die Dollar-Schwäche. Ein Euro ist mittlerweile fast 1,45 Dollar wert.
"Rohstoffe haussieren durch die Bank, das verschärft den Inflationsausblick", sagte Chae Un Soo, Händler bei KEB Futures in Seoul, der Nachrichtenagentur Bloomberg. "Immer mehr Investoren suchen in diesem Umfeld Schutz bei Edelmetallen."
Verglichen mit anderen Rohstoffen hat Gold im laufenden Jahr nur leicht zugelegt: Der Dollar-Preis stieg um lediglich gut drei Prozent, in Euro gemessen verlor Gold sogar vier Prozent an Wert. Zum Vergleich: Der Preis für Baumwolle hat seit Jahresbeginn fast 50 Prozent zugelegt und auch Öl hat sich um 30 Prozent verteuert.

Anders sieht es am Silbermarkt aus: Mit einem Anstieg von 30 Prozent hat das Edelmetall Gold klar in den Schatten gestellt. Dennoch gilt Silber am Markt als aussichtsreiche: Investoren betrachteten es als "günstige Möglichkeit" der Wertaufbewahrung, schrieben die Analysten von Morgan Stanley vergangene Woche in einer Studie. Ihre Prognose für den Durchschnittspreis hoben sie um ein Fünftel an, mit 31,39 Dollar je Unze im Jahresverlauf liegt dieser allerdings deutlich unter dem aktuellen Wert.

Ralf Drescher
Ralf Drescher
Handelsblatt.com / Teamleiter Finanzen (bis 29.2.2012)
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Edelmetall-Rally: Gold und Silber werden immer teurer"

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  • Ich kann nur jedem empfehlen, sich mit dem Thema Geld endlich auseinander zu setzen. Bei jedem Misst wollen wir immer hundertprozentig Bescheid wissen! Bei unserem Geld verlassen wir uns aber lieber auch irgendwelche "seriösen" Berater.@ Manu bringt es hundertprozentig auf den Punkt. Auch wenn es hart klingt-aber so ist es! Lest mal das Buch von Reinhard Deutsch-Das Silberkomplott.

  • @Manu
    Schön für dich, wenn du es so viel besser weißt und das perverse Spiel erkennst. Solange mein Bäcker aber keine Goldnuggets annimmt, spiel ich das Spiel mit, weil es bequemer ist und ich ja schließlich irgendwas frühstücken muss.

    Solange das der Fall ist, ist der Euro für mich Geld und Gold weiterhin ein (Finanz-)Produkt wie etwa Waschmaschinen, Grundstücke, Aktien. Mehr oder weniger Werthaltig aber nicht für den Zahlungsverkehr geeignet. Ob da nun auf der einen oder anderen Seite irgendwelche bösen Buben manipulativ tätig sind oder nicht ist dabei nur zweitrangig und ändert nichts an meiner Definition für Geld.

  • Ich glaube schon, dass denen Menschen bewusst ist, dass das normale Papiergeld auf Dauer nichts mehr Wert sein wird. Es ist jedoch immer noch eine Hemmschwelle in die Bank zu gehen und das ersparte Geld gegen Gold oder Silber zu tauschen.
    Teilweise wird man in der Verwandschaft oder auch bei den Banken als "Verschwörungsbefürworter" angesehen.
    Meine Frau und ich haben 1/3 von unseren Ersparnissen in Gold und Silber getauscht.
    Noch vertrauen wir dem Papiergeld auch, möchten jedoch immer wirklich "schlimmsten Fall" ein wenig abgesichert sein. Unsere Münzen werden dann sowieso den Verlust vom Papiergeld wieder aufwerten.

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