Edelmetall

Spekulanten trennen sich von Gold

Die Gold-Rally des vergangenen Jahres hat ein jähes Ende gefunden. Vor allem Spekulanten sind ausgestiegen. Analysten mahnen zur Vorsicht - die Schwankungen am Markt sind groß.
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Der Preis für eine Feinunze Gold ist in den vergangenen sieben Monaten stark gefallen. Quelle: dpa

Der Preis für eine Feinunze Gold ist in den vergangenen sieben Monaten stark gefallen.

(Foto: dpa)

DüsseldorfDer Goldpreis bringt inzwischen sogar hartgesottene Anleger ins Schwitzen. Die Preisschwankungen werden immer heftiger. Zweistellige Ausschläge der Notierungen nach oben wie nach unten sind nun an der Tagesordnung. Immer mehr Experten schrauben daher ihre Prognosen zurück.

Kurz vor Ostern drohte der Preis zeitweilig unter die Marke von 1600 Dollar je Feinunze zu sacken; der Rückgang wurde erst kurz davor gestoppt. In der vergangenen Woche stieg der Preis für eine Feinunze zwar auf 1666 Dollar. Die Feinunze – rund 31,1 Gramm – ist das Maß, auf das sich die Preise im Goldhandel beziehen.

Das Rekordhoch von gut 1900 Dollar, das Anfang September 2011 erreicht wurde, liegt dennoch in weiter Ferne. Auch charttechnisch hat sich das Bild eingetrübt, da die stark beachtete 200-Tages-Linie nach unten durchbrochen wurde. Viele Investoren werten das als Signal für weitere Verluste.

Aus dem Goldmarkt ausgestiegen sind vor allem viele spekulativ eingestellte Anleger. „Die Korrektur ist ähnlich wie im Dezember spekulativ getrieben“, sagt Gabor Vogel, Edelmetallexperte der DZ Bank. Es gebe aber zwei gravierende Unterschiede: Zum einen die Anhebung der Einfuhrzölle für Gold in Indien – das Land fragt das Edelmetall stark für Schmuck nach. Zum anderen ist die Wahrscheinlichkeit für eine weitere Lockerung der US-Geldpolitik gesunken. Das bremse den Goldpreis. „Zusätzliche Liquidität hätte den Notierungen neuen Schub geben können“, sagt Vogel.

Der Einfluss Indiens ist nicht zu unterschätzen. Im vergangenen Jahr hat das Land den Rekordwert von 969 Tonnen Edelmetall importiert. „Der Goldmarkt stützt sich stark auf die indische Schmucknachfrage“, schreibt Oliver Heuschuch von der Heraeus Metallhandelsgesellschaft in Hanau. Dies habe zu dem jüngsten Preisrückgang beigetragen. Die indischen Juweliere haben mehr als 20 Tage gestreikt; rund 85 Prozent ließen ihre Geschäfte geschlossen. Inzwischen wird wieder gehandelt - doch die Auswirkungen haben voll auf die Goldimporte durchgeschlagen.

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55 Kommentare zu "Edelmetall: Spekulanten trennen sich von Gold"

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  • @vhe
    ...nun ja, es gibt auch Ralitätsverweigerer, die unter Verzicht auf Fakten im Dauerfunmodus leben.
    Denen kann man nur ein altenativloses weiter so wünschen, es wird schon gutgehen!

  • "Ausser Gold und Silber eignet sich fast nichts als Wertspeicher"
    "Wenn jeder Deutsche nur fünf Prozent seines Vermögens in Gold steckt, würde das eine gesamte Welt-Jahresproduktion absorbieren. Dann sind gänzlich neue Preisdimensionen denkbar."
    Und genau aus diesem Grunde eignen sich Gold und Silber eben /nicht/ als Wertspeicher.
    Weil sie nicht wertbestaendig sind sondern, wie jeder andere Rohstoff, aufgrund von Angebot und Nachfrage im Wert /schwanken/. Und diese Nachfrage ist bei Edelmetallen eben nunmal im wesentlichen psychologisch bedingt.
    D
    as derzeit grad Mondpreise für Edelmetalle gezahlt werden heisst einfach nur, dass in ein paar Jahren, wenn sich der Laden wieder beruhigt hat und die Preise wieder das Niveau von 2004 oder 2005 haben, ein paar Fans gelernt haben, wieviel "Wert" da drin tatsächlich gespeichert ist. Nämlich praktisch keiner.
    Genausogut kann man mit alten Weinflaschen spekulieren.

  • @mono: "Witzbold oder Traumtänzer?"
    1) Danke für Ihre sachliche und konstruktive Antwort.
    2) Weder noch.
    3) Anscheinend haben Sie keine Ahnung, wie Geldmengenregelung funktioniert. Ihre Antwort legt nahe, dass Sie mein Posting, insbesondere den 2. Satz entweder nicht gelesen oder nicht verstanden haben.

  • Die Maya wurden falsch gedeutet. Am 21.12. geht nicht die Welt unter, sondern der Mondwind setzt ein, der dann den Staub von der Oberfläche fegt und damit einen reinen Goldkörper freilegt. Wir müssen dann nur noch auf den Mond schießen und es regnet Gold.

    Es kann aber auch sein, dass "an diesem Tag die Gottheit Bolon Yokte' K'uh in einem großen Akt der Bekleidung und Vorstellung (eines Amtsträgers) auftreten wird." so gedeutet werden muss, dass der Staat in Form eines Finanzbeamten das Goldbesitzverbot wieder einführt.

  • @Schwachsinn
    Haben Sie bis vor 2 Jahren auch nicht geglaubt, dass man inzwischen auch Tiere und Menschen magnetisieren kann?
    Bisher war es auch nicht möglich, lebendiges Material zu magnetisieren. Hierzu ist bereits der Nachweis erbracht worden, dass man auch Tiere und Menschen magnetisieren kann. Was hat das mit Physik zutun?

  • @ vhe
    Witzbold oder Traumtänzer?

  • Es gab Zeiten, da war Gold als Wertspeicher eher unbedeutend, als Anlageklasse uninteressant, und es gibt eben auch Zeiten, da ist Gold einfach unverzichtbar!
    Und es gibt zufriedene Menschen, die die Zeitenwende rechtzeitig haben kommen sehen, entsprechend gehandelt haben, deshalb belächelt wurden, aber mitten in der größten Finanzkrise ihrer Generation weit über 200% Wertsteigerung hatten und einen tiefen ruhigen Schlaf .
    Und sollte das "Scheingeld" den Bach runtergehen, können sie dieser Entwicklung gelassen entgegen sehen.

    Wann wurde Gold zuletzt gerettet? Wann musste der letzte Krisengipfel wegen Gold einberufen werden. Wie oft ging Gold Pleite? Noch weitere Fragen? Gold hat bisher noch jede Papierwährung, jeden Staatsbankrott und jeden Krieg überlebt.

    Nur eines scheint wirklich sicher:
    Ausbildung. Was im Kopf ist, kann keine Bank und kein Staat verschludern.


    (Anonymes) Gold ist Freiheit
    von:
    Ex-Ehepartnern
    Finanzämtern
    Arbeitsagenturen
    Konkursverwaltern
    Rentenkassen
    Gerichtsvollziehern
    Vormundschaftseinsetzungen
    Erbschaftssteuern
    Solidaritätszuschlägen
    und und und....

  • Ausser Gold und Silber eignet sich fast nichts als Wertspeicher, denn nur Gold und Silber erfüllen die MINDESTeigenschaften von Geld:
    fungibel, liquide, chemisch dauerhaft beständig (im Gegensatz zu Nahrungsmitteln),
    ohne Verlust teilbar für Wechselgeld (im Gegensatz zu Edelsteinen),
    selten und nicht beliebig vermehrbar zur Inflationseindämmung (im Gegensatz zu z.B. Papiergeld),
    leicht transportierbar (im Gegensatz zu Immobilien), etc.
    Unabhängig von der Zahlungsfähigkeit irgendeiner Institution oder irgendeines Staates.
    Diese Eigenschaften erfüllen im Wesentlichen nur Gold und Silber. Genau das ist der Grund, warum diese beiden Metalle seit Jahrtausenden als einzige stabile Währung gedient haben. Die Gold- und vor allem die Silberreserven sind in wenigen Jahren bereits aufgebraucht, dann geht der Preis ohnehin durch die Decke.

    Es gibt inzwischen immer mehr, die schon seit Jahren auf eine Korrektur warten. Bei 400 Euro/Unze wartete man bis nochmal die 350 kommen, bei 560 dachte man, daß 500 ein guter Einstieg wären, bei 800 war es schon viel zu teuer und jetzt haben wir über 1.300 Euro und da ist es die Blasenbildung und das bestimmt bald kommende Goldverbot, weshalb man immer noch nicht dabei ist!
    Es sind die immer ähnlichen/gleichen "Begründungen" für jene, die den rechtzeitigen Einstieg einfach verschlafen haben.

    Wenn jeder Deutsche nur fünf Prozent seines Vermögens in Gold steckt, würde das eine gesamte Welt-Jahresproduktion absorbieren. Dann sind gänzlich neue Preisdimensionen denkbar.
    Und noch etwas zum Nachdenken. Gibt es auch nur einen Staat, der einen Tilgungsplan für die aufgetürmten Schulden hat?
    Wenn der Staat Pleite geht, ist natürlich nicht der Staat Pleite, sondern seine Bürger.

    Carl Fürstenberg,
    deutscher Bankier (1850-1933)

  • Es ist schon fast planmäßig mit diesen Nachrichten. Ausgerechnet, wenn die Aktien eine hundsmiserable Woche hingelegt haben, wird in den Nachrichten Angst vor Gold gemacht. Der wissende Anleger steht über solchen Nachrichten.

  • "Oder glaubt hier Irgend jemand, das die EZB jemals in der Lage sein wird das aufgeblähte Geldvolumen wieder zu verkleinern oder den Realzins zu erhöhen?"
    Ich. Beim nächsten Mal weniger der 30-Tage-Anleihen versteigern und schon ist die "Geldmenge" verringert. Sollte eigentlich bekannt sein, wie sowas funktioniert.

    Und das Thema "Realzins" haben die Bieter in der Hand.

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