Edelmetall- und Rohstoffmesse
Goldrausch in München

Der Goldpreis ist auf Rekordjagd, am vergangenen Freitag erreichte er ein neues 28-Jahre-Allzeithoch: Der Zeitpunkt für die dritte Edelmetall- und Rohstoffmesse hätte besser nicht sein können, dementsprechend positiv fiel das Fazit der Veranstalter aus. Mehr als 4 000 Privatanleger waren vor Ort – doppelt so viele wie im Vorjahr.

MÜNCHEN. Warum kennt der Münchener Taxifahrer seine eigene Stadt nicht? Zur Event-Arena im Olympia-Park soll es gehen. Dann diese Kurverei. Fast eine halbe Stunde dauert es am Freitagmorgen vom Bahnhof bis zum Ziel. Endlich, kurz vor 9.30 Uhr ist der Besucher an der ehemaligen Radsporthalle. Er will pünktlich bei Öffnung der Tore zur dritten Edelmetall- und Rohstoffmesse sein. Organisator Frank Hoffmann von Goldseiten.de hat rund 80 Minengesellschaften und fast eben so viele Rohstoffhändler, Vermögensverwalter und einschlägige Goldexperten zusammengetrommelt.

Der Zeitpunkt für die zweitägige Veranstaltung ist perfekt gewählt: Als die ersten Besucher durch den Eingang strömen, wissen sie noch nicht, das der Goldpreis an diesem Tag zum ersten Mal seit 28 Jahren die Marke von 800 Dollar je Unze überspringen wird. Über 4 000 Privatanleger zählt der Veranstalter am Ende. Das ist fast doppelt so viel wie vor einem Jahr. Die internationale Finanzkrise hinterlässt ihre Spuren.

Einmal eingetreten, öffnen sich für den Besucher nach wenigen Metern die Gänge mit den Ausstellungsständen. Ganz links am Stand Nummer 12 von MP Edelmetalle sammelt sich das Publikum. In einer Glasvitrine liegen Gold- und Silbermünzen. MP-Chef Gerrit Homrighausen hat kaum Zeit für Gespräche. „Ja“, sagt er, „die Nachfrage ist enorm gestiegen“. Dann wird er schon unterbrochen. „20 Eagles an den Herrn“, ruft er seinem Mitarbeiter zu und zeigt mit dem Finger auf den Käufer. Der hat 20 Exemplare der Ein-Unzen-Silbermünze American Eagle geordert, säuberlich verpackt, Stückpreis 12,70 Euro. Goldmünzen werden weniger verkauft. Klassiker wie der Krügerrand oder der kanadische Maple Leaf sind mit Preisen um die 580 Dollar weit teurer. Silber kann der Messebesucher nebenbei aus dem Geldbeutel bezahlen.

Ein paar Meter weiter lockt der erste Aktienfondsanbieter. Era Resources sucht nach günstigen Gold- und Silberwerten. Die Manager Werner Ullmann und Eckhart Keil machen auch Stimmung für weniger bekannte Metalle wie Wolfram, Niob und Tantal – alle wichtig für die Produktion von High-Tech-Produkten. Kleine Holzkisten mit Schokoladenmünzen in Goldfolie sollen Interessenten zusätzlich anlocken.

Am Ende des Ganges gibt es noch mehr fürs Auge. Der Blick bleibt an dem älteren Herrn hängen, der scheinbar unbeteiligt auf einem Stuhl hockt, direkt neben ihm eine Palette mit glänzenden Zinnbarren, etwas weiter hinten ein zweiter und noch größerer Stapel mit matt-silbrigen Magnesiumbarren. Der Aufpasser soll Langfinger abschrecken.

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