Edelmetalle
Abwrackprämie schafft Konfusion auf Platinmarkt

Die steigenden Autoabsatzzahlen erhöhen die Nachfrage nach Platin, denn in jedem neuen Auto steckt ein Katalysator aus dem Edelmetall. Auf der anderen Seite wird aus entsorgten Altautos Platin wieder zurückgewonnen und erhöht das Angebot auf dem Markt. Experten erwarten deshalb, dass sich der Preis erst langfristig wieder erholt.

DÜSSELDORF. Die Akteure am Platinmarkt sehen die Abwrackprämien, mit denen Regierungen weltweit den Pkw-Absatz ankurbeln, mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Einerseits benötigen neue Autos auch neue Katalysatoren und die wiederum brauchen Platin. Andererseits wird aus den Katalysatoren der entsorgten Autos das Edelmetall wieder zurückgewonnen. Das erhöht das Angebot und drückt den Preis. Experten erwarten deswegen, dass sich der Platinwert erst langfristig wieder erholt.

"Das Verschrotten von Millionen zusätzlicher Autos heißt auch, das nun viele Katalysatoren recycelt werden und das Metall dem Markt zumindest mittelfristig wieder zufließt", warnt Wolfgang Wrzesniok-Rossbach von der Heraeus Metallhandelsgesellschaft. "Das Mehrangebot aus recycelten Autokatalysatoren wird ohne Zweifel auf den Markt kommen." Ein Prozess, der in der Regel einige Monate dauere. Im vergangenen Jahr wurden laut des Katalysatorenherstellers Johnson Matthey rund 860 000 Unzen (je 31,1 Gramm) Platin aus Katalysatoren recycelt; das ist etwa ein Viertel des Platinbedarfs der Automobilindustrie in normalen Zeiten. Die Hoffnungen der Märkte ruhen nun auf einer wirtschaftlichen Erholung. Laut Wrzesniok könnte dann eine steigende Nachfrage aus den USA das erhöhte Angebot ausgleichen.

Langfristig "wird die Welle wieder abgebaut", ist sich Wrzesniok-Rossbach sicher. Optimistisch stimmten ihn dafür die Prognosen des Analysehauses CSM Worldwide zur Entwicklung des Automarktes in den nächsten Jahren. Die Experten erwarteten bereits für 2010 eine Erholung der Autoverkäufe. Es werde aber bis 2013 dauern, bis die Rekordabsatzzahlen von 2007 wieder erreicht würden. "Damit dürften die Preise der Platinmetalle auch mittel- und langfristig weiterhin eine gute Unterstützung erfahren", urteilt der Heraeus-Fachmann. Bis Ende dieses Jahres sieht er den Preis bei 1 350 Dollar.

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