Edelmetalle
Anleger am Goldmarkt lecken ihre Wunden

Nach dem Kurssturz zu Wochenbeginn haben sich die Preise für Gold und Silber nur leicht erholt. Der starke Dollar und die im Zuge zunehmender Rezessionsängste fallenden Ölpreise belasten auch die Stimmung am Markt für Edelmetalle.

Die Preise der Edelmetalle sind am Dienstag leicht gestiegen. Den Kurssturz vom Wochenbeginn konnte die leichte Bewegung aber nicht kompensieren. Am Montag war der Goldpreis zeitweise um 60 Dollar auf 770 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm) gefallen und durchbrach dabei wieder die psychologisch wichtige Marke von 800 Dollar. Noch stärker wurde Silber gebeutelt; der Preis fiel um rund zehn Prozent. Eine Feinunze Silber kostet nun wieder weniger als zehn Dollar. Verglichen damit ist der jüngste Anstieg - Gold erholte sich auf 785 Dollar, Silber stieg auf 9,52 Dollar - gering.

Ursächlich für den jüngsten Preissturz sind gleich mehrere Faktoren. Dazu gehören die Rezessionsangst und ein stärkerer US-Dollar ebenso wie ein fallender Ölpreis und Gewinnmitnahmen. Die Entwicklung des amerikanischen Dollars spielt eine maßgebliche Rolle an den Edelmetallmärkten. Traditionell entwickelt sich der Goldpreis entgegengesetzt der US-Währung. Doch trotz der wachsenden Sorgen über eine weitere Verschlechterung der konjunkturellen Situation konnte der Dollar zum Wochenbeginn gegenüber dem Euro rund einen Cent zulegen. Der Greenback profitierte vor allem von Zinsspekulationen im Vorfeld der EZB-Sitzung in dieser Woche.

Zusätzlich belastet wurde der Goldpreis zuletzt durch einen kräftigen Rückgang der Rohölpreise. Am Wochenende hatte die Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) beschlossen, ihre Förderung bis zur nächsten Sitzung Mitte Dezember konstant zu halten. Daneben setzten schlechte Konjunkturdaten aus den USA den Ölpreis unter Druck; die Daten schürten erneut Sorgen um einen noch stärkeren Rückgang der Nachfrage als ohnehin schon erwartet. Mit deutlich unter 50 Dollar kostete Öl nun so wenig, wie zuletzt vor drei Jahren. Allein am Montag fielen die Rohölnotierungen um rund zehn Prozent. Da Gold als Absicherung gegen eine steigende Inflation - etwa aufgrund höherer Ölpreise gilt - setzte dieser Preissturz ebenfalls dem Edelmetall zu.

"Ein Faktor, der Gold belastet, ist die Entwicklung des Ölpreises", kommentiert Peter Fertig von der Dresdner Bank die Entwicklung. Der Preisrückgang könnte sich nach Einschätzung des Analysten aufgrund von Gewinnmitnahmen noch fortsetzen. An der New Yorker Rohstoffbörse Comex hätten spekulative Anleger auf einen weiteren Anstieg des Goldpreises gesetzt. Mit dem aktuellen Preisrückgang seien diese Positionen nun "unter Wasser". Die Investoren könnten daher nun weiter auf der Verkäuferseite stehen, um ihre Verluste zu begrenzen.

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