Edelmetalle auf Rekordjagd: Gold springt erstmals über 1300 Dollar

Edelmetalle auf Rekordjagd
Gold springt erstmals über 1300 Dollar

Die Unsicherheit der Investoren treibt den Goldpreis auf immer neue Rekorde. Erstmals kostet das Edelmetall mehr als 1300 Dollar. Auch der Silberpreis klettert auf immer neue Hochs. Am Morgen war die Feinunze so teuer wie seit 30 Jahren nicht mehr.
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HB DÜSSELDORF. Der Run auf die als sichere Anlage geltenden Edelmetalle hat sich am Freitag fortgesetzt. Gold markierte mit 1300,07 Dollar je Feinunze ein neues Rekordhoch. Aktuell notiert Gold bei 1295,35 Dollar. Silber stieg um mehr als ein Prozent auf 21,37 Dollar und war damit so teuer wie seit Oktober 1980 nicht mehr.

Der Goldpreis hat sich seit Jahresanfang um mehr als 17 Prozent verteuert, Silber hat sogar mehr als 26 Prozent zugelegt. Damit nicht genug: Sollte es im letzten Vierteljahr keinen Einbruch geben, wird Gold das zehnte Jahr in Folge zulegen. Eine solche Serie hat es seit mindestens 1920 nicht mehr gegeben.

Experten erklären die andauernde Rekordjagd mit der Suche nach Sicherheit: "Aktuell wird Gold vor allem als "stabile Währung' gesucht, denn die jüngsten Handlungen der Zentralbanken haben die Sorge vor einem Abwertungswettlauf unter den Weltwährungen geschürt", sagte Commerzbank-Analyst Eugen Weinberg. "Diese Sorge dürfte dem Goldpreis auch längerfristig Auftrieb verleihen."

Die US-Notenbank Fed hatte vor einigen Tagen mitgeteilt, sie wolle der kränkelnden US-Konjunktur bei Bedarf mit frischen Geldspritzen wieder auf die Beine helfen. Die Bank von Japan griff unlängst dem Yen mit Stützungskäufen unter die Arme und die Schweizer Nationalbank, die im ersten Halbjahr den Franken mehrfach gestützt hatte, schließt weitere Eingriffe nicht aus.

„Die Fed hegt offenbar die Gedanken, und der Markt erwartet irgendeine Art von Stellungnahme zum Quantitative Easing“, sagte Analyst Daniel Brebner von der Deutschen Bank. Komme frisches Geld ins System, so werde dies zur Erwartung eines steigenden Inflationsdrucks führen. Zudem sei Gold als sicherer Hafen vor dem Hintergrund der Schuldenkrise in der Euro-Zone gefragt, sagte Brebner.

Nach Einschätzung der LBBW ist der jüngste Preisanstieg vor allem von spekulativen Engagements getrieben. „Da sowohl Gold wie auch Silber aktuell charttechnisch deutlich überkauft sind, wird eine spürbare Korrektur immer wahrscheinlicher“, prognostizierte LBBW-Analyst Thorsten Proettel.

Preistreibend wirken vor allem Käufe von Indexfonds, die für jeden Dollar, den Anleger investieren, physisches Gold kaufen. Das Volumen der Goldanlagen in diesen Produkten erreichte diese Woche mit fast 2 090 Tonnen einen neuen Rekordwert. Als Käufer träten zudem auch Zentralbanken am Markt auf, sagte der Direktor des World Gold Council, Marcus Grubb, im Gespräch mit Bloomberg TV.

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  • Sorry, hier Korrektur: 1.308,60 USD

  • Heute kostet Gold um 21:39 = Gold 1.308,60 €

    Neulich las ich in der Süddeutschen Zeitung (vom 26.09. od. 25.09. od 27.09.?), daß die bundesbank ab 2011 den Silbergehalt in den 10-Euro-Silbermünzen (Sondermünzen) um 40 % reduzieren wird. Das sagt doch was oder !! Diese Sondermünzen gelten eigentlich als normales Zahlungsmittel, wiegen ca. 18 Gramm davon 16 Komma noch was ist Ag. 825. Nun werden diese 10-Euro-Münzen ab 2011 um 40% weniger Ag enthalten. ich dachte, ich riskiere doch nix, wenn ich ein paar Tausend Euro in diese Münzen tausche, und falls meine (geheime) Rechnung doch nicht aufgeht, kann ich diese bei der bank doch wieder höflich zurück geben.

    Nun ja, meine bank sagt mir, daß ich nur ein paar Stück kriegen kann und dies mit einem Aufschlag, und nicht ein paar Hundert. Kann man diese direkt von der bundesbank kaufen, wer weiß bescheid.

    isaak busch - vereidigter Übersetzer für Russisch in München.
    Email: isaak.busch@web.de
    Tel. 0179-1380333

  • Nicht so ganz genau. Erstmals fehlte noch 35 Cent bis 1300. Zweitens 1300 ist kein Rekord, Gold kostete schon einmal inflationsbereinigt 2000 USD in 1979/1980.
    Es ist nicht ernst und professionell genug die nicht inflation-bereinigte Preise zu nutzen, als ob Papiergeld wertbeständig währe.

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