Edelmetalle

Gold fällt unter 1700 Dollar, Silber stürzt ab

Nicht nur an den Börsen geht es abwärts, auch die Preise für Gold und Silber geben deutlich nach. Von seinem Rekordhoch hat sich der Goldpreis schon weit entfernt. Erinnerungen an die Krise 2008 werden wach.
Update: 23.09.2011 - 19:49 Uhr 24 Kommentare
In wenigen Tagen ist der Goldpreis um 300 Dollar gefallen. Quelle: Reuters

In wenigen Tagen ist der Goldpreis um 300 Dollar gefallen.

(Foto: Reuters)

DüsseldorfIn den vergangenen Monaten konnte Gold immer zulegen, wenn es an den Börsen bergab ging. Das Edelmetall gilt als Krisenwährung. Je dunkler die Aussichten für die Weltwirtschaft, desto heller strahlt es.

Diese Woche ist das anders: Die Aktienmärkte knicken ein. Der Dax fiel am Freitag zeitweise um mehr als drei Prozent und rutschte unter 5000 Punkte.

Doch die Edelmetalle verloren ebenfalls heftig. Der Goldpreis gab um 6 Prozent auf 1628 Dollar nach. Von seinem Rekordhoch, aufgestellt Anfang September, hat sich der Goldpreis schon mehr als 200 Dollar entfernt.

Noch schlimmer erwischte es Silber. Nachdem sich das Edelmetall bereits am Donnerstag um fast zehn Prozent verbilligt hatte, ging es am Freitag noch deutlicher abwärts - um 15,4 Prozent. Eine Feinunze Silber kostet aktuell nur noch 30,32 Dollar - vor einem Monat waren es noch zwölf Dollar mehr.

Zum Teil lässt sich der Absturz durch das unverhoffte Comeback des Dollars erklären. Gegen den Euro hat er in den vergangenen vier Wochen rund zehn Cent gewonnen. Das bleibt nicht ohne Folgen für die anderen Märkte. Rohstoffe werden weltweit in Dollar abgerechnet. Je stärker der Dollar, desto teurer wird es für Anleger, die nicht im Dollarraum sitzen, Rohstoffe zu kaufen. Das dämpft die Nachfrage, die Preise sinken.

Als alleinige Erklärung reicht der Dollareffekt allerdings nicht aus. Das zeigt allein die Tatsache, dass der Goldpreis auch in Euro deutlich nachgegeben hat.

Zumindest im Fall von Silber dürfte der Kursrutsch mit der Angst vor einer erneuten Rezession zusammenhängen. Silber wird in der Industrie verwendet, etwa für Elektrotechnik. Silber werde nicht als sicherer Hafen gesehen, sondern als Metall mit industriellem Charakter, schreibt Daniel Briesemann von der Commerzbank in einer aktuellen Studie. Er rechnet damit, dass der Silberpreis seine Korrektur fortsetzen wird.

Dagegen erwarten Experten, dass sich der Goldpreis bald wieder erholen wird. „Wir sehen die Korrektur bei Gold als temporär, ähnlich wie 2008, als Investoren Gold verkauft haben, um Verluste an anderer Stelle auszugleichen“, schrieb Suki Cooper, Analyst bei Barclays Capital, in einer Analyse. Nach der Lehman-Pleite fielen alle Anlageklassen gleichermaßen. Dass das seit dieser Woche wiederholt, lässt nichts Gutes erahnen.

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24 Kommentare zu "Edelmetalle: Gold fällt unter 1700 Dollar, Silber stürzt ab"

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  • Also ich gönne jedem sein Gold, keine Frage, aber ich habe ein Problem damit wenn Menschen in Gold investieren und dann hoffen dass alles den Bach runter gehen damit sie mit ihrem Gold die großen Macker sind! Tut mir leid aber das ist doch krank!!! Zum Glück kommt es immer anders als man denkt!!! ;-) Und die hier schon geschrieben wurde, die Masse hat nie recht, und je mehr in Gold investieren desto höher die Wahrscheinlichkeit einer Blase! Wer sagt eigentlich dass wir in den nächsten Jahren weiterhin eine Inflation haben, wirtschaftliche Rezession bedeutet in der Regel eine ansteigende Rezession, da kann auch die aktuell hohe Geldmenge nichts dran ändern! Denkt mal drüber nach, die wenigen hier die BWL oder VWL studiert haben und nicht nur dummquatschen werden verstehen welche Stunde es in den nächsten Jahren höchstwahrscheinlich schlägt!

    Die beste Rendite (und das zum Glück für uns alle) verspricht immer noch die Bildung, ist auch das einzige was man ins Jenseits mitnimmt!!!

  • Vielleicht ist es doch nicht so einfach Geld nur in goldene Taler einzutauschen, um reich zu werden oder zumindest sein Vermögen zu retten. Ganz abgesehen davon, dass niemand auf der Welt verpflichtet ist, die goldenen
    Talerchen gegen Geld zurückzutauschen.
    Wenn es so einfach wäre, würde es denke ich jeder machen,
    aber es soll auch noch Leute mit Verstand geben

  • Zwischen 1640 und 1660 war ein Gap (Lücke im Chart). Dieses wurde geschlossen. Was auch die Regel ist. Die Banken haben alles was sie noch hatten ins Feuer geschmissen. Jetzt werden wir mal sehen,wie lange es geht. Die sind nämlich alle Pleite, hahahaha

  • Es ist nur eine Momentaufnahme. Lasst die Europäer und Amis ihr Gold und Silber verramschen. Die Asiaten freut es. Ich bin es leid, täglich den Unsinn (Horrornachrichten) zu verfolgen. Ich bin mir auch sicher, dass die EUliten sich nicht mehr 10 Jahre treffen werden. Haben die nichts anderes zu tun, als über den EUR zu depattieren? Was ist mit den nationalen Aufgaben? EUR, Multikulti, Niedriglohn und Versklavung der Bürger wegen Zinszahlungen. Steigt endlich aus. Die Bürger sind es leid. Nur weil ein paar EUliten auf Ihrem Sessel kleben bleiben wollen. Aber die Sanduhr läuft. Egal was diese Eurokraten auch veranstalten, der Markt wird es denen schon zeigen, wo der Battel seinen Most holt. Bald ist Schluss damit. Dieses System geht dem Ende entgegen. Zeit wird es.

  • Die alternativen Medien haben es genau richtig dargestellt, ein Rücksetzer war sowieso fällig und richtig. Aber, es ging zweifellos um eine Rettungsaktion der USA, die mit dieser Aktion auf der einen Seite die Goldanleger unbedingt verunsichern musste und auf der anderen Seite ihren US-Dollar stärken wollten. Hat ja auch kurzfristig geklappt. Die Ramschanleihen werden weiter gekauft und haben nicht verloren und der verunsicherte Michel auf der Straße überlegt sich jetzt zweimal, ob er sein Geld nicht lieber auf der Bank lassen sollte, anstatt in die Gold-Sicherheit abzuwandern.
    Das war mal wieder einer der vielen Schritte bzw. Manipulationsversuche in der letzten Zeit, das System so lange wie möglich aufrecht zu erhalten. Nur Otto-Normalverbraucher versteht die Zusammenhänge nicht wirklich. Zugegeben, diese Tricks und Kniffe sind auch schwer durchschaubar, man muss nur sehr genau hinsehen, um zu verstehen, was da abläuft!
    Übrigens, selbst das Öl hat kaum verloren bei den Schreckensnachrichten. Warum? Weil die USA seit jeher den US-Dollar an das Öl gekoppelt haben. Somit stützen sie zusätzlich ihren US-Dollar, der damit als Weltleitwährung gesichert sein soll. Eine dauerhafte Abwanderung vom US-Dollar in Gold wäre für die USA tödlich und das muss auf "Teufel komm raus" verhindert werden!

    Willkommen in der Welt der Manipulationen!

  • Bankstermaffia ist die trefflichste Bezeichnung
    für diese überbezahlten "Überntischzieher"

  • Bankster? Gewöhnliches Handelsgeschäft ist das, Verkaufe wenn der Preis hoch ist, kaufe wenn er tief ist. Und wer nicht mehr an den Wert des Geldes glaubt und es in Gold eintauscht, der hat sowieso damit gewonnen, nicht?

  • Bei "sicheren" Staatsanleihen mit "Mickerzinsen" wird noch nicht einmal die Inflationsrate ausgeglichen -Folge jedes Jahr Verlust. Bei langlaufenden Papieren besteht zusätzlich ein großes Kursrisiko!
    "On long term" ist physisches Gold ein excellentes "Wertaufbewahrungsmittel".Wer seit längerer Zeit investiert ist, konnte den Wertzuwachs nur durch "Selbstötung" verhindern. Nur einfach einmal den langfristigen Chart betrachten! Preisdellen wie gegenwärtig sind Kaufgelegenheiten. Am Montag kaufe ich das "wertlose Zeug" gleich nach in der Hoffnung, dass der Preis bis dahin nicht schon wieder erheblich gestiegen ist.

  • Sie haben Recht, ich glaube an das "Versprechen" (wie Sie es nennen).
    Denn ohne das "Versprechen" ist das Leben sowieso nicht mehr Lebenswert.
    Denn dann würde ich mir lieber eine Pumpgun kaufen, statt Gold!

  • An die Gold-Hetzer:

    Ein Glück haben wir usn die Kreditexpansion der letzten Jahrzehnte nur eingebildet. Ein Glück zeigen die sozialistischen Keyensianer Programme ein um das andere Mal ihre Wirkung und bringen die Volkswirtschaften nachhaltig voran. Ein Glück haben wir planwirtschaftliche Zentralbanken die über die Geldwertstabilität wachen.

    Ihr glaubt an ein riesengroßes Versprechen von einigen Planwirtschaftlern. Und dieses Versprechen bröckelt dahin, weil klar wird, dass es nicht gehalten werden kann.

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