Edelmetalle
Gold und Silber fallen weiter – George Soros verkauft

Der Silberpreis findet keinen Halt. Und auch der Goldpreis fällt vom Rekordhoch zurück. Ein prominenter Investor hat bereits die Reißleine gezogen. Laut Medienberichten hat George Soros Gold- und Silberbestände verkauft.
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DüsseldorfDie Talfahrt am Silbermarkt hat sich auch am Mittwoch fortgesetzt. Der Preis für die Feinunze des Edelmetalls lag am Morgen bei 41,30 Dollar erneut drei Prozent niedriger als am Vorabend im amerikanischen Handel. Bereits am Dienstag war der Preis um gut sieben Prozent gefallen, am Montag war er zeitweise um bis zu elf Prozent eingebrochen.

Damit hat sich das Blatt gewendet: Noch in der vergangenen Woche war Silber mit Kursen von fast 50 Dollar je Unze auf den höchsten Stand aller Zeiten gestiegen. Analysten hatten zuletzt angesichts der extremen Preissprünge - seit Jahresbeginn hatte Silber in der Spitze mehr als 60 Prozent zugelegt - bereits vor einer Absturzgefahr gewarnt.

Ein Grund für die jüngste Talfahrt sind die erhöhten Sicherheitsanforderungen der Rohstoffbörse Comex, die den Handel mit Silber-Derivaten verteuert hat. Für den Kauf eines einzigen Silber-Future, der für 5.000 Feinzunzen des Edelmetalls im Wert von etwa 220.000 Dollar steht, müssen jetzt 12.000 Dollar als Sicherheitsleistung hinterlegt werden. Dies sind rund 50 Prozent mehr als noch vor Wochenfrist.

Nach einem Bericht des Wall Street Journal hat ein prominenter Investor bereits die Lust am Silber verloren. Soros Fund Management, die Hedge-Fonds-Gesellschaft von Investment-Legende George Soros, habe einen Großteil seiner Bestände an Silber verkauft, schreibt das Blatt mit Verweis auf nicht näher genannte Quellen.

Verglichen mit Silber hat sich Gold in den vergangenen Tagen deutlich besser gehalten, wobei auch der Anstieg in den vergangenen Monaten nicht annähernd so rasant verlief. Von seinem Rekordhoch bei 1.575 Dollar Ende vergangener Woche ist der Goldpreis aber ein Stück zurückgefallen. Am Morgen kostete die Feinunze nur noch 1.533 Dollar.

Viele Analysten erwarten, dass sich Gold anders als Silber als stabil erweisen wird. Es gibt aber auch andere Stimmen, die den Absturz am Silbermarkt als Warnsignal werten: „Silber ist oft der Leitindikator für Trendveränderungen oder zumindest Korrekturen“, schrieb David Wilson, Analyst bei Société Générale, in einer aktuellen Studie. Und auch George Soros hat dem „Wall Street Journal“ zufolge im vergangenen Monat nicht nur Silber, sondern auch Gold verkauft.

 

Ralf Drescher
Ralf Drescher
Handelsblatt.com / Teamleiter Finanzen (bis 29.2.2012)

Kommentare zu " Edelmetalle: Gold und Silber fallen weiter – George Soros verkauft "

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  • Wenn IHR physisch investiert seid, durften Euch diese Spielchen vollkommen egal sein. USA sind bankrott. Mögen die 5 Wirtschaftsweisen, 20 Richter, 100 Börsengurus und 1000 Journalisten was anderes behaupten. Europa? Na sorry, wer hier noch "Aufschwung" sieht ist wohl in den letzten 8 Jahren der Hauptkonsument von pakistanischen Heroin gewesen (Afghanistan darf das Zeug nicht mehr unter die Leute bringen... und eigent sich fürs Kanzleramt, oder einen Außenministerposten (unter der Voraussetzung dass er schwul ist... ) Durch die Rettungspakete macht sich Europa - sich selbst und die Bürger handlungsunfähig.... Und Japan? na ja Japan hat strahlende Zukunft ja noch vor sich... Wenn jetzt Jemnad auf die Idee kommt, China könnte das ganze ausgleichen... sage ich nur so viel: CHINA wird den Todesstoß für Amerika einleiten... was nichts anderes bedeutet, daß die Dollarreserven die die EZB ja noch mit gewaltigen Verlust hortet, mit auf den Markt geworfen werden....

    Und ein wenig später wird man nach sog. Reformen schreien, von der nur eine SINN MACHT. Enteignung des Volkes von Forderungen (Rente pflusch, Sozialleistungen fusch)... Reset, default, neue Währung neuer Anfang...

    Keine schöne Perspektive für Leute, die lebenlang gespart haben.... aber das ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Dazwischen wird zwar Gold/Silber fallen...
    Aber in der neuer Weltordnung - danach - werden Gold und Silberbesitzer von heute weitaus besseren Start haben, als die heutigen Klugscheißer, die meinen das Zeug wäre Nüchts wert....

    Ging den Osteuropäern in übrigen ähnlich. Genauso wie vielen anderen Nationen auch.

    Papier ist ein Versprechen. Gold/Silber bleibt immer noch am ENDE HABEN. Und das sollte man niemals vergessen! Egal was die ach so seriöse Presse so behuptet. Wäre sie seriös wäre sie frei. Schuldenfrei. Und da sie das nicht ist.... Ist sie eben nicht seriös...

  • @Hans:
    Sie muessen es genau anders herum sehen:
    Sie setzen wahrscheinlich auf staatliche Rente, Staatsanleihen etc. Sie spekulieren also darauf, dass die staatl. legitimierte Papiegeldpyramide immer so weiter geht und sich immer wieder neue dumme finden.
    DAS ist wahre Spekulation!
    Gold und Silber sind fuer mich nichts weiter als Absicherungen gegen ein korruptes und verbrecherisches System. Wenn dabei noch satte Gewinne uebrig bleiben (bin seit 2004 dabei)...gerne!

  • @Hans
    möglicherweise verwechseln Sie mich mit einem anderen User, das sehe ich Ihnen Ausnahmsweise nach. Im Gegensatz zu Ihnen bin ich ein eingetragener User im Handelsblatt und kein "Anonymer" wie Sie. Sie werden in keinem meiner bisherigen Einträge ein befürchtetes "Untergangsszenario" von mir finden! Ich bin gern bereit vernünftig zu diskutieren, aber wenn Sie weiterhin auf Stammtischniveau herum pöbeln, wäre es besser, Sie bleiben als Anonymer vom Handelsblatt fern!

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