Edelmetalle
Gold und Silber im Höhenflug

Die Furcht vor einer anziehenden Inflation hat Anleger am Freitag erneut in den „sicheren Hafen“ Edelmetalle getrieben. Eine gute Wahl: Der Goldpreis steigt kontinuierlich und Silber knackt erstmals seit 31 Jahren die 40 Dollar-Marke.
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LondonDie Anleger setzen weiter stark auf Silber und Gold: Das gelbe Edelmetall stieg den vierten Tag in Folge auf ein neues Rekordhoch und kostete in der Spitze 1.466,40 Dollar je Feinunze und rückt damit der psychologisch wichtigen Marke von 1500 Dollar immer näher. Silber stieg am Freitag erstmals seit 31 Jahren wieder über die Marke von 40 US-Dollar und war damit so teuer wie seit 1980 nicht mehr. An der Rohstoffbörse in London wurden in der Spitze 40,13 Dollar für eine Feinunze (rund 31 Gramm) des Edelmetalls gezahlt Damit kostet Silber so viel wie seit 1980 nicht mehr. Parallel dazu zogen die Edelmetall-Bestände der größten börsennotierten Fonds (ETFs), des SPDR Gold und des iShares Silver Trust, wieder an. Letzterer markierte mit einem Bestand von 11.192,8 Tonnen sogar ein neues Rekordhoch.

Offenbar nutzten einige Anleger die aktuelle Schwäche des Dollar um zuzugreifen, sagte Rohstoff-Experte Ronald Leung, von Lee Cheong Gold Dealers in Hongkong. Die Schmuckindustrie halte sich dagegen stark zurück. „Alle warten nun auf neue Hochs, vielleicht bei 1500 oder 1600 Dollar.

Die Angst vor rasant steigenden Inflationsraten hat die EZB den Investoren mit ihrer Leitzinsanhebung vom Donnerstag offenbar nicht nehmen können. „Die Investitionen in Sachwerte haben bei sehr vermögenden Kunden in der Finanzkrise deutlich zugenommen. Dabei spielt Gold sicherlich eine besondere Rolle aufgrund der leichten Verfügbarkeit und der historischen Stabilität“, sagte Herbert Scheidt, Chef der Schweizer Privatbank Vontobel.

„Nach dem starken Anstieg ist Silber sicher anfällig für eine Korrektur“, sagte Philip Klapwijk von der Metall-Analysefirma GFMS in London. „Etwas längerfristig müssen wir aber das Preisziel auf 50 Dollar erhöhen.“ GFMS hat am Donnerstag die stark beachtete Jahresanalyse „World Silver Survey“ vorgelegt.

Der Grund für die rasante Silberrally ist die große Nachfrage der Industrie und der Privatanleger. So stieg die Nachfrage der Industriekonzerne zuletzt um mehr als zehn Prozent auf fast 800 Millionen Unzen. „Gemessen am Zuwachs im ersten Quartal dieses Jahres könnte 2011 einen neuen Rekord ansteuern“, sagte Klapwijk. Private Investoren hatten im vergangenen Jahr 280 Millionen Unzen gekauft; das sind 40 Prozent mehr als 2009.

Als Grund für die starken Preiszuwächse bei Edelmetallen nennen Experten vor allem die hohe Unsicherheit unter den Anlegern. Allen voran die starken Unruhen in der arabischen Welt, aber auch die wieder aufgeflammte Schuldenkrise in Europa treiben die Investoren in sogenannte „sichere Häfen“ wie Gold und Silber.

Gold und Silber gelten als krisensichere Anlagen und als Inflationsschutz.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Edelmetalle: Gold und Silber im Höhenflug"

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  • Wieso ist "sichere Hafen" in Anführungszeichen ?
    Soll da wieder den Menschen unsicherheit suggeriert werden ?
    Silber und Gold werden nahezu EXPLODIEREN in naher Zukunft - dem velogenen und korrupten Finanzsystem sei "Dank".
    Ein kurzer deflationärer Einbruch wird davor kommen - für ganz kurze Zeit.
    Wer dann erst versucht physisch zu kaufen - selber Schuld.
    Gold und Silber sind ECHTES GELD.
    Die bedruckten Geldpapierzettel sind GeldVERSPRECHEN, Kreditgeld, Schuldgeld, Fiat Money - nichts wert !!!!

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