Edelmetalle
Gold zieht Platin und Silber mit nach oben

Die "kleinen Schwestermetalle" des Goldes müssen sich mit ihrer Preisentwicklung nicht verstecken. Platin, Silber und auch weniger bekannte Edelmetalle wie Palladium und Rhodium glänzten zuletzt durch deutliche Preissteigerungen. Experten erwarten, dass dieser Trend noch anhält.
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LONDON. "Angesichts der Dollarschwäche und der Furcht vor einem weltweiten Inflationsschub, sind die Metalle wieder einmal zu einem Zufluchtsort für die Absicherung gegen drohende Wertverluste geworden", meint Daniel Major von der Royal Bank of Scotland. Suki Cooper von Barclays Capital verweist überdies auf die Belebung der Weltautomobilkonjunktur, von der sowohl Platin als auch Palladium profitieren sollten. Zwei Drittel des Angebots in Platin wird für die Bestückung von Katalysatoren benötigt, etwa die Hälfte ist es beim Palladium.

Gestützt wurde der Platinpreis bisher auch durch das Produktionsdefizit am Markt. Platin hat sich daher seit Jahresbeginn bereits um mehr als 50 Prozent auf zuletzt 1 450 Dollar je Feinunze (rund 31,1 Gramm) erholt. Nach Einschätzung des Londoner Edelmetallhändlers Johnson Matthey könnte das Marktdefizit aber wegen des rückläufigen Bedarfs noch in diesem Jahr in einen Überschuss kippen. Andererseits hat die südafrikanische Impala Platinum, der zweitgrößte Platinproduzent der Welt, angedeutet, dass er sein Produktionsziel 2009/10 bei weitem nicht erreichen wird.

Die Mitglieder der Londoner Edelmetallgilde, LBMA, haben daher Anfang des Monats in Edinburgh für Platin, Silber und Palladium weitere Preissteigerungen vorhergesagt. Bis September 2010 werde Platin im Durchschnitt wieder über 1 600 Dollar kosten. Palladium werde sich sogar bis auf 475 (350) Dollar je Unze verteuern - nach hohen Preissteigerungen bereits seit Jahresbeginn.

Auch bei Silber, dem klassischen Schwestermetall des Goldes, soll der bisherige Anstieg auf zuletzt mehr als 18 Dollar noch nicht das letzte Wort sein. Noch Anfang Juli kostete eine Unze Silber gerade einmal gut 13 Dollar; vor rund einem Jahr waren es sogar weniger als zehn Dollar.

Aram Shishmanian, Chef des Goldrates, der Lobby der Goldproduzenten, schreibt den phänomenalen Preisanstieg bei den Edelmetallen auch den Milliardenbeträgen zu, die den börsennotierte Indexfonds - Exchange Trade Funds, ETF - zu Anlagezwecken zugeflossen sind. Nach den Enttäuschungen mit Hedge-Fonds bedienten sich zunehmend die Superreichen dieser Anlageform, heißt es. Sie gilt als relativ sicher, weil die ETF-Produkte beim Kauf mit physischer Ware unterlegt werden. "Für das breite Publikum haben die ETFs eine Art Zentralbankfunktion übernommen", meint Shismanian.

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  • bei der Staatsverschuldung und den massenhaften bankenpleiten in den USA (seit Jahresbeginn über 120) wundert es mich nicht, daß die Leute scharenweise Gold kaufen, um ihr Geld sicher vor Verlust darin aufzubewahren.

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