Edelmetalle
Goldpreis bricht immer neue Rekorde

Der Goldpreis hat seine Rekordjagd auch zu Wochenbeginn fortgesetzt. Eine Feinunze (31,1 Gramm) des Edelmetalls kostete am Montagmorgen 1107,10 US-Dollar und damit so viel wie noch nie.
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HB LONDON/FRANKFURT. Abstürzende Aktienkurse, Bankenpleiten, Dollarverfall. Die Finanz- und Wirtschaftskrise hat Spuren im Vertrauen der Anleger hinterlassen. Viele suchen daher jetzt nach dem vermeintlich sicheren Hafen und setzen verstärkt auf Gold. Seit Jahresbeginn hat sich Gold um mehr als 25 Prozent verteuert. Erst am Freitag war der Goldpreis erstmals über die Marke von 1 100 Dollar gestiegen.

Händler erklärten die jüngsten Kursgewinne vor allem mit dem enttäuschenden US-Arbeitsmarktbericht vom Freitag. Auch der wieder schwächere Dollar habe den Goldpreis nach oben getrieben. Zudem werde Gold von der Erwartung gestützt, dass zahlreiche Notenbanken künftig nicht mehr als Verkäufer, sondern als Käufer auf dem Goldmarkt in Erscheinung treten.

Schwung für den Sprung über die neue Preishürde erhielt das Edelmetall diesmal aus dem Mittleren Osten: Die Zentralbank von Sri Lanka hatte Ende der Woche angekündigt, zur Streuung ihrer Kapitalreserven große Mengen Gold zu kaufen; kurz zuvor hatte der Internationale Währungsfonds über den Verkauf von 200 Tonnen Gold an die indische Regierung berichtet. Das ließ den Preis für eine Feinunze im Londoner Handel kurzzeitig auf 1 101,42 US-Dollar klettern.

Auch Konjunkturmeldungen könnten den Goldpreis in dieser Woche stützen. Im Euro-Raum werden erste Daten zum Wirtschaftswachstum im dritten Quartal erwartet. Vor allem schwache Konsumzahlen könnten auf die Börsenstimmung drücken. Einen negativen Impuls erwarten Ökonomen auch vom wichtigen deutschen Stimmungsbarometer, dem ZEW-Index, für November. Bereits im Oktober hatten sich die ZEW-Konjunkturerwartungen eingetrübt.

Anleger drängen zum Gold

„Es ist zwar kein Run, aber Investoren kaufen Gold“, sagt Commerzbank-Experte Eugen Weinberg. Anleger kaufen nach seiner Erfahrung derzeit meist börsennotierte Fonds, die in Gold investieren. Damit lasse sich auch kurzfristig Gewinn erzielen. Zudem sind klassische Münzen begehrt. „Münzanstalten weltweit berichten seit Monaten von Engpässen, weil sie der Nachfrage nicht hinterherkommen.“ Dass es zu einem Ausverkauf, wie im vergangenen Jahr kommt, glauben andere Insider aber nicht.

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