Edelmetalle
Goldpreis ist nicht zu bremsen

Die US-Schuldenkrise verunsichert die Anleger. Weil Republikaner und Demokraten keine Einigkeit finden, profitiert einmal mehr der „sichere Hafen“ Gold. Der Preis für das Edelmetall erreicht ein weiteres Rekordhoch.
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FrankfurtAus Furcht vor den Folgen des Streits um den Abbau der US-Staatsverschuldung haben Anleger am Montag erneut auf Edelmetalle gesetzt. Der Preis für eine Feinunze (31,1 Gramm) Gold kletterte auf bis zu 1622,49 Dollar. Dies ist das fünfte Rekordhoch in den vergangenen zehn Handelstagen. Seit Monatsbeginn hat sich das Edelmetall damit um etwa acht Prozent oder mehr als 100 Dollar verteuert. Silber zog am Montag um 1,8 Prozent auf 40,75 Dollar an. Sein Kursplus der vergangenen vier Wochen liegt bei gut 17 Prozent.

Investoren befürchteten einen Wertverfall der US-Anleihen und des Dollar, sagte Rohstoff-Experte Ben Westmore von der National Australia Bank. „Im Augenblick erscheint die Lage in den USA etwas instabil, da bietet sich Gold als Gegengewicht geradezu an.“ Am Wochenende waren die Gespräche zwischen Demokraten und Republikanern über die Sanierung des US-Haushalts und zur Anhebung der US-Schuldenlimits von derzeit 14,3 Billionen Dollar ohne Ergebnis geblieben. Wird der Streit nicht gelöst, droht der weltgrößten Volkswirtschaft Anfang August die Zahlungsunfähigkeit. Außerdem steht die Top-Bonitätsnote der USA auf dem Spiel. Der Dollar setzte seine Talfahrt fort und fiel auf ein neues Rekordtief von 0,8026 Schweizer Franken.

Unter der Verunsicherung der Anleger litten die meisten anderen Rohstoffe: Ein Barrel (159 Liter) US-Rohöl (WTI) kostete mit 99,31 Dollar 0,6 Prozent weniger als am Freitag. Die Nordsee-Sorte Brent verbilligte sich um 0,6 Prozent auf 118,00 Dollar. Ungeachtet der aktuellen Verluste rechnen Börsianer aber mit weiteren Preissteigerungen bei diesem Rohstoff. Den Daten der US-Börsenaufsicht CFTC zufolge haben spekulativ orientierte Investoren in der vergangenen Woche ihre Wetten auf höhere Kurse bei Rohöl und seinen Destillaten, wie zum Beispiel Benzin, erneut ausgeweitet.

Für die zweite Jahreshälfte sei mit wieder anziehenden chinesischen Erdöl-Importen zu rechnen, betonte Reuters-Marktanalyst Clyde Russell. Außerdem gehe er davon aus, dass sich die streitenden Parteien im US-Kongress im letzten Augenblick noch zusammenraufen. Eine Lösung des Schuldenstreits, auch wenn sie nur vorübergehend sein sollte, werde wahrscheinlich eine Erleichterungsrally auslösen. Dies gelte neben Rohöl auch für Industriemetalle.

Kupfer notierte am Montag 0,2 Prozent tiefer bei 9664 Dollar. Hier verhinderten Spekulationen auf Versorgungsengpässe einen größeren Kursrutsch, betonten Händler. Grund hierfür sei der anhaltende Streik in der chilenischen Escondida-Mine, der zum Bergbau-Konzern BHP Billiton gehörenden weltgrößten Kupfergrube. Eine Einigung im Streit um Bonus-Zahlungen ist bislang nicht in Sicht. Gewerkschafter drohen mit einer Ausweitung der Arbeitsniederlegungen auf das gesamte Land.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Edelmetalle: Goldpreis ist nicht zu bremsen"

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  • @michl
    Genau!

  • Gold bleibt eben auch in der Krise Gold. Was ist der innere Wert von Geld? Ist es nur Papier, bestenfalls bunt bedruckt? Oder schlimmstenfalls reine Zahlen (Giralgeld)? Wie wäre es mal mit Steingeld?

  • Der Wert des Goldes bleibt doch letztenendes immer gleich. Die Menge an Waren und Dienstleistungen, welche man für, sagen wir mal eine Unze bekommen kann hat sich seit der Antike nicht wesentlich verändert. Es ist nur der Wert unseres bunten Spielgeldes und Kupfer-Nickel-Chips, die mal mehr, mal weniger wert sind.

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