Edelmetalle
Goldpreis springt über 1600-Dollar-Marke

Der Goldpreis hat erstmals die Marke von 1600 Dollar übersprungen. Ursachen sind weiterhin der Haushaltsstreit in den USA und die Schuldenkrise in Europa.
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LondonDie Schuldendramen dies- und jenseits des Atlantik haben am Montag die Anleger wieder ins Gold getrieben. Die Feinunze verteuerte sich um 0,5 Prozent und kostete erstmals 1601,80 Dollar. In Euro gerechnet stieg der Goldpreis um ein Prozent auf ein Allzeithoch von 1141,55 Euro. Selbst das zuletzt verschmähte Silber schien vielen Anlegern sicherer als Dollar oder Euro. Die Feinunze verteuerte sich um bis zu 2,2 Prozent auf 40,15 Dollar und kostete damit wieder so viel wie seit Anfang Mai nicht mehr, als letztlich geänderte Kontraktbedingungen den Höhenflug des Edelmetalls beendet hatten.

In Europa findet eine Umschuldung Griechenlands derzeit immer mehr Unterstützer. Die Besitzer griechischer Staatsanleihen müssten dann auf einen Teil ihres Geldes verzichten. In den USA hält derweil der Haushaltsstreit an: Dort war schon Mitte Mai das gesetzliche Schuldenlimit von derzeit 14,3 Billionen Dollar erreicht worden, durch Bilanztricks konnte Washington aber Zeit bis zum 2. August gewinnen. Einigen sich Demokraten und Republikaner bis dahin nicht auf ein Anheben der Schuldengrenze, sind die USA zahlungsunfähig. 

„Die politischen Unsicherheiten in den Vereinigten Staaten und Europa sind ein Dauerbrenner, und die Nachfrage nach Gold als sicherer Hafen wird anhalten“, fasste Natalie Robertson, Rohstoff-Analystin bei ANZ zusammen. Nach ihrer Auffassung könnte der Goldpreis noch bis auf 1650 Dollar steigen. Auch Barclays sagte für die nächsten Tage weiter steigende Goldpreise voraus. Das gelbe Metall erreichte in einer ganzen Reihe von Währungen Rekordniveaus.

Das Gold befindet sich seit Monaten auf einem Höhenflug, erst Ende April hatte Gold erstmals die Marke von 1500 Dollar je Feinunze übersprungen. Gold gilt als krisenfeste Anlage, da das Edelmetall von einer Geldentwertung nicht betroffen ist. Gleichzeitig ist es allerdings Kursschwankungen unterworfen und wirft keine Zinsen ab.

„Dass Gold viel mehr als ein Rohstoff ist, ist dem Markt sehr wohl bewusst“, erklärten die Commerzbank-Analysten in ihrem Tageskommentar. „Seine gegenwärtige Entwicklung zeigt, dass Gold nicht nur als Inflationsschutz, Angstindikator oder 'Anti-Dollar' dient. Es ist vielmehr eine Währung, die vor allem von den Finanzmarkt- und Wirtschaftsindikatoren abhängt und aktuell von der Schwäche der beiden großen Währungen, US-Dollar und Euro, profitiert.“

An dem günstigen Umfeld für Gold dürfte sich diese Woche daher kaum etwas ändern. Unter anderem steht am Donnerstag der Sondergipfel der EU zu Griechenland an.

Wie stark der Ansturm der Investoren auf das gelbe Edelmetall ist, zeigt ein Blick auf den weltgrößten börsengehandelten Goldfonds, den SPDR Gold Trust. Der Fonds verzeichnete nach Angaben der Commerzbank allein am Freitag Zuflüsse von 10,6 Tonnen.

 

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Edelmetalle: Goldpreis springt über 1600-Dollar-Marke"

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  • an Goldi:
    es würde mich nicht wundern, wenn Herr Schräuble sich ne Steuer auf Gewinne bei Edelmetallen einfallen ließe, im Abzocken der Bürger sind die sowas von kreativ !

  • völlig egel ob sich die US-Amerikaner auf eine neue Schuldenobergrenze einigen 18 Billionen? 25 Billionen? oder gleich 50 Billionen! Entscheident ist, das sie noch Dumme äh Gläubiger finden, welche ihnen das ganze finanzieren. Griechenland findet keine mehr auf den freien Markt, Geld gibts nur noch vom EURO-Rettunsschirm oder EURO-Rettungsfond oder wie es auch immer heißen möge.
    Überwiegend finanziert von (dummen? gescheiten?) deutschen
    Politiker beschlossenen Garantien, Zahlungen aus deutschen Steuergeldern. Gutes Geschäft, bringt Deutschland vieeele
    Zinseinnahmen!!!! hahahah ich denke eher Abschreibungen!
    Ich bin mir sicher, dass sie sich einigen werden und wenn man schon wieder von "Bilanztricks" lesen muss!
    Bei Gold gibt es nichts zu tricksen eine Unze = eine Unze
    Keine Zinsen = keine Steuer!

  • Nachstehend eine interessante Feststellung von dem "berühmten" Mr.Greenspan:. Ironically, in an article published in 1966, Mr. Greenspan (who later became one of the biggest money printers in history) had the following to say about deficit spending:
    “In the absence of the gold standard, there is no way to protect savings from confiscation through inflation. There is no safe store of value. If there were, the government would have to make its holding illegal, as was done in the case of gold. If everyone decided, for example, to convert all his bank deposits to silver or copper or any other good, and thereafter declined to accept checks as payment for goods, bank deposits would lose their purchasing power and government-created bank credit would be worthless as a claim on goods. The financial policy of the welfare state requires that there be no way for the owners of wealth to protect themselves. This is the shabby secret of the welfare statists' tirades against gold. Deficit spending is simply a scheme for the confiscation of wealth. Gold stands in the way of this insidious process. It stands as a protector of property rights. If one grasps this, one has no difficulty in understanding the statists' antagonism toward the gold standard.”

    Ich glaube, dem muß man nichts mehr hinzufügen.


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