Edelmetalle
Goldpreis springt über 900 Dollar

Auf der Suche nach Sicherheit flüchten Anleger in Gold. Experten erwarten eine andauernde Rally des Edelmetallpreises, weil sich auch die Finanzkrise länger hinziehen wird.

FRANKFURT. Der Preis für die Unze (31 Gramm) Gold hat heute früh die Marke von 900 Dollar übersprungen. Neben Staatsanleihen hat sich Gold als zweite Sicherheitsanlage für skeptische Börsianer etabliert. Schon seit Beginn der Kreditkrise strebt Kapital in diesen Markt, der im Vergleich zu den Aktienbörsen und erst recht zu den Anleihemärkten sehr klein ist. Das Potenzial erscheint manchen Anlagestrategen noch nicht ausgeschöpft. Auf die Frage nach der besten Anlageklasse 2008 antwortet beispielsweise der bekannte Vermögensverwalter Jens Ehrhardt: "Ich bin immer noch Edelmetallfan, weil sich die Finanzkrise länger hinziehen wird."

Gold profitiert seit einigen Jahren von einer tendenziell steigenden Nachfrage bei eher sinkendem Angebot. Der offene Ausbruch der Kreditkrise vor etwa einem Jahr gilt als Startzeitpunkt für die nächste Phase der Hausse. Anleger flüchten seitdem aus heiklen, forderungsbesicherten Anleihen und anderen risikoreichen Vermögensformen in transparente und als stabil eingestufte Produkte ohne Kreditrisiken. Als weitere Triebkräfte wirken die gestiegenen Inflationsgefahren und die schrumpfenden Realzinsen. Seit Mitte vergangenen Jahres hat der Goldpreis massiv gewonnen, während fast alle anderen Vermögensformen jenseits der Staatsanleihen Verluste produzierten: Der Preis für die Unze stieg um rund 38 Prozent, während etwa der Dax in etwa im gleichen Umfang zurückfiel.

Vertreter großer Goldminen wie Barrick und Goldcorp erwarten Preise, die das im Frühjahr markierte, historische Hoch von 1 030 Dollar übertreffen. Sie ziehen ihren Optimismus auch aus dem diskutierten Rettungspaket der US-Regierung für die Finanzbranche und den weiteren Hilfsprogrammen. Die Rettungsmaßnahmen treiben die Verschuldung und werden ihrer Meinung nach inflationär wirken - und so ein ideales Umfeld für Goldpreissteigerungen bilden.

Die Anleger greifen jedoch nicht bei allen Gold-bezogenen Anlagen zu. Sie meiden Goldaktien, kaufen eher das physische Metall. So berichten Händler im Privatkundengeschäft über eine rasant ansteigende Nachfrage nach Anlagemünzen wie dem klassischen südafrikanischen Krügerrand. "Der war zeitweise ausverkauft", sagt Wolfgang Weber, Leiter beim Händler Taurus Investors. Das Problem hat sich verschärft, weil Prägeanstalten wie die US-Münze wegen fehlender Kapazitäten unter der Orderflut ihre Lieferungen eingestellt haben. Die zunehmende Nachfrage spiegelt sich auch im wachsenden Vermögen der gehandelten Goldmetallfonds wider, die physischen Metallbesitz verbriefen.

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