Edelmetalle: „Investoren hat Gold das Herz gebrochen”

Edelmetalle
„Investoren hat Gold das Herz gebrochen”

Sie wollten Gold als Krisenwährung, falls der Euro zerbricht oder die Inflation die Vermögen auffrisst. Doch kam es am Ende weniger schlimm als gedacht. Was Investoren diese Fehleinschätzung gekostet hat.
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DüsseldorfIm vergangenen Jahr endete die zwölf Jahre währende Liebesaffäre der Investoren mit Gold. Sie kehrten dem Edelmetall den Rücken und wandten sich den Aktienmärkten in Industriestaaten zu – was Aktienkursen weltweit zum größten Plus in vier Jahren verhalf.

Insgesamt sackte der Goldpreis 2013 um 28 Prozent ab, so stark wie seit über drei Jahrzehnten nicht mehr. Eine Entwicklung, die Investoren verblüffte, sagt Marktstrategin Quincy Krosby von Prudential Financial.

„Investoren hat Gold das Herz gebrochen. Der Ausverkauf war einer der der größten Einbrüche, die in jemals bei einer Anlageklasse gesehen habe. Sie gingen in Gold rein, weil sie damit rechneten, dass sich der Schwung fortsetzen würde. Bis er stoppte. Und der Stopp fiel brutal aus.”

Die Nachfrage nach Gold als Mittel, um Werte zu bewahren, sackte 2013 in sich zusammen. Zum einen gab es Anzeichen für wirtschaftliche Erholung. Zum anderen blieb jene Inflation aus, die Investoren wie etwa Hedgefonds-Manager John Paulson als Folge der von den Zentralbanken angestoßenen Konjunkturprogramme erwartet hatten.

Zwischen Anfang 2001 und dem Hoch vom September 2011 hatte der Goldpreis um mehr als 600 Prozent zugelegt. Die Rally nahm noch an Geschwindigkeit zu, als die Federal Reserve ihren Leitzins 2008 auf nahezu null Prozent senkte und mit dem beispiellosen Aufkauf von Anleihen begann – alles mit dem Ziel, die Konjunktur anzutreiben. Die Fed flutete die Wirtschaft mit über drei Billionen Dollar.

Vom einstigen Hoch bei 1923,70 Dollar je Unze brach Gold 2013 auf 1202,30 Dollar je Unze ein – erstmals seit 2000 kam es auf Jahressicht zu einem Rückgang.

Gold-Futures in New York beendeten den 19. Dezember auf einem Drei-Jahres-Tief. Am Vortag hatte die Fed einen Rückbau ihrer Konjunkturmaßnahmen angekündigt, was ein Anziehen der Inflation noch unwahrscheinlicher machte.

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Investoren zogen 2013 so viel Geld ab wie nie

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  • Wozu?
    "Nach der Währungsreform" werden meine Dividenden halt in einer anderen Währung ausbezahlt. Firmen schaffen nicht weniger Mehrwert, wenn sie in Neuer-D-Mark, Kaurimuscheln oder sonstwas wirtschaften.

    Schliesslich wird immer aus Einkäufen und Arbeit ein Endprodukt mit Mehrwert, das verkauft wird. Und von dem Mehrwert krieg ich was ab. Damit ist mir die Währung herzlich egal.

  • Zitat: "hoffentlich ist deutsches gold noch vorhanden?"

    Das glaube ich nicht, man hört immer wieder , verpfändet und verkauft.
    Verkauft auch über Papierscheinchen. Diese Scheinchenbesitzer werden ebenfalls kein Gold sehen...nur das verbriefte Recht darauf... auf einen Fetzen Papier.
    Was noch da ist, wird nicht ausgeliefert. Da könnte DE noch eine Überraschung erleben.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: http://www.handelsblatt.com/netiquette

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