Edelmetalle
Klondike liegt am Polarkreis

Der Goldrausch ist wieder da: Die aktuellen Höchststände der Edelmetallpreise macht sogar die teure Gewinnung in Skandinavien wieder rentabel. Doch in Schweden und Finnalnd gibt das Erz nicht nur Gold, sondern auch andere, mittlerweile wieder kostbare Metalle her.

STOCKHOLM. Die Zeit der zum Teil zweifelhaften Glücksritter ist vorbei. Auch sieht man keine bärtigen Männer in zerschlissenen Kleidern, deren letzte Chance der Fund von ein paar Nuggets zu sein scheint. Und doch lockt der hohe Norden – wie schon Ende des 19. Jahrhunderts im kanadischen Klondike – moderne Abenteurer aus aller Welt an.

Es herrscht Goldgräberstimmung. Mit dem ständig steigenden Goldpreis, der vergangene Woche mit rund 735 Dollar für eine Unze seinen höchsten Stand seit 1980 erreichte, sind die Mineralgruben in Finnland und Schweden in den Blickpunkt der nationalen und internationalen Minenkonzerne geraten. Denn nicht nur in Australien, Kanada und Südafrika wird das edle Metall gefunden, auch Nordeuropa zählt zu den interessanten Regionen für die neuen Goldwäscher. Die heißen allerdings nicht mehr Bill oder Joe, sondern Boliden, Scanmining oder Lappland Goldminers.

Eisenerz und Stahl aus dem hohen Norden sind schon lange ein Begriff, aber Gold? Tatsächlich gehören Finnland und Schweden seit geraumer Zeit im wahrsten Sinne des Wortes zu den Goldgruben. Das Edelmetall wird in den dünn besiedelten Gebieten meist nördlich des Polarkreises aus Erz gewonnen. Man schäumt es in einem technisch-chemischen Prozess aus dem Erz. Der so gewonnene Goldstaub kommt dann in ein Schmelzwerk.

Bis vor einigen Jahren war die Goldsuche in Finnland und Schweden allerdings ein mühsames und nicht sonderlich rentables Unterfangen. Denn der Goldgehalt liegt bei nur zwei Gramm auf eine Tonne Erz; es musste also recht viel auf die Goldwaage gelegt werden, damit es sich lohnt.

Durch die rekordhohen Goldpreise ist das Geschäft jetzt allerdings äußerst lukrativ geworden. „Ich glaube, der Goldpreis wird sogar noch weiter steigen“, sagt Analyst Torbjörn Iwarson von der schwedischen Handelsbanken. Ganz so optimistisch wie er sind allerdings nicht alle Experten. Bei der UB Fondkommission in Stockholm geht Analyst Niclas Lundquist von den „letzten Zuckungen“ aus, die der Goldpreis nach oben macht. Einig sind sich Experten aber darin, dass das jetzige Niveau noch sehr viel Spielraum nach unten hat, bis die Goldgewinnung in Nordeuropa unrentabel wird.

Seite 1:

Klondike liegt am Polarkreis

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%