Edelmetalle
Paulson rät von Gold-Investments ab

Nach hohen Verlusten im eigenen Fonds soll der Hedgefonds-Manager John Paulson von weiteren Investments abgeraten haben. Die Aussichten für Gold erscheinen trübe. Droht sogar ein kräftiger Preisrutsch?
  • 13

Der Milliardär und Hedgefonds-Manager John Paulson hat offenbar seinen Kunden mitgeteilt, dass er persönlich keine weiteren Gelder in seinen Goldfonds stecken würde. Als Grund habe der Milliardär angeführt, dass es unklar sei, wann sich die Inflation beschleunigen werde, sagte eine mit dem Vorgang vertraute Person der Nachrichtenagentur Bloomberg.

Paulson hat auf eine Rally bei Gold gesetzt - als Absicherung gegen eine durch die Geldschwemme der Zentralbanken ausgelöste Inflation. Mit dem PFR Gold Fund habe er seit Jahresbeginn jedoch 63 Prozent verloren, sagte eine Person, die über die Erträge Bescheid weiß.

Der Fonds, der auf 370 Millionen Dollar geschrumpft ist - das meiste davon ist Paulsons eigenes Geld -, fiel den Kreisen zufolge im Oktober um 1,2 Prozent. Armel Leslie, ein Sprecher für das 19 Milliarden Dollar schwere Hedgefonds-Unternehmens Paulson, lehnte eine Stellungnahme ab.

In der Tat spricht aktuell nicht viel für einen Anstieg des Goldpreises. Aktuell notiert Gold bei 1243 US-Dollar. Seit Jahresbeginn liegt der Verlust bei 25 Prozent. Zuletzt sorgten gute Konjunkturdaten aus den USA und Europa nicht gerade für Optimismus bei Gold-Anlegern.

Der besser als erwartete Arbeitsmarkt in den Vereinigten Staaten sorgt ebenfalls für Spekulationen zur Politik der Notenbanken. „Der Markt ist davon überzeugt, dass die Fed bereit ist, die geldpolitischen Lockerungsmaßnahmen zurückzunehmen“, sagte Sterling Smith, ein Futures-Spezialist bei Citigroup in Chicago. „Die Arbeitslosenzahlen zeigen, dass sich die Wirtschaft verbessert, und geben den Leuten einen weiteren Grund zu glauben, dass der Goldpreis weiter sinken wird.”

Seite 1:

Paulson rät von Gold-Investments ab

Seite 2:

Gold ein „bombensicherer“ Verkauf

Kommentare zu " Edelmetalle: Paulson rät von Gold-Investments ab"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Vielleicht wäre es klüger mal die Unze im Verhältnis zur Geldmenge zu setzen und sich die Entwicklung anzusehen.
    Dann wird verständlich, was Versichert wird.

  • @ mattbav

    Tatsächlich wurde der Preis von 1980-2000 durch Notenbankverkäufe und -Verleihungen gedrückt. Heute hat Belgien gerade noch 10% "seiner" offiziellen Bestände im Tresor. Der Rest ist "verliehen" und liegt nur noch als Papiergoldforderung vor.

    Die Bundesbank hält sich sehr bedeckt darüber wieviele Tonnen tatsächlich physisch im Besitz auf deutschem Boden sind. Das Potential zur Preisdrückung mittels physischem Angebot ist in den letzten 10 Jahren zurück gegangen. Das erklärt den Anstieg und warum Gold bei über 1000 Dollar Fördervollkosten kaum die 500 Dollar wieder sehen wird. Dazu müssten sich sehr viele heutige Besitzer von ihrem Gold trennen. Für welches bessere Investment? Griechische Staatsanleihen? Twitter-Aktien? Die 500.000€ kostende 3-Zimmer-Wohnung in München?

  • @mattbav: Im Jahr 2005 waren die Foerderkosten noch viel niedriger. Im Schnitt sind die Produktionskosten bei den ergiebigsten Mienen bei ca. 600 Dollar pro Unze. Der Schnitt liegt bei 1000-1300 Dollar pro Unze. Der Anstieg ist daher aufgrund gestiegener Kosten gerechtfertigt. Ausserdem muss man sehen, dass 2005 der Goldpreis klar unterbewertet war. Zur Zeit ist das Preisniveau fair bis leicht unterpreist. Da ist aber die Finanzkrise, Inflation, QE, Kapitalverkehrskontrollen, Zwangsabgaben etc. noch nicht eingepreist.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%