Trump schickt den Goldpreis in den Keller

Edelmetalle
Trump schickt den Goldpreis in den Keller

Der November war für die Wertentwicklung von Gold der schwächste Monat seit mehr als drei Jahren. Drei Gründe waren die Ursache, die alle mit dem Sieg von Donald Trump bei der US-Wahl zusammenhängen.
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DüsseldorfDas gelbe Edelmetall hat im vergangenen Monat November rund 8,1 Prozent an Wert verloren. Der Sturz letztendlich auf 1.173,20 US-Dollar pro Feinunze markierte den größten monatlichen Verlust seit Juni 2013, als das Edelmetall nach dem so genannten „Taper-Tantrum“ elf Prozent verloren hatte. Taper Tantrum bezeichnet die heftige Reaktion der Anleihemärkte aber auch der Aktienmärkte 2013. Damals gab die Fed bekannt, die Anleihekäufe zu reduzieren, was eine Art Schockwelle an den globalen Finanzmärkten auslöste.

Drei Gründe sind für diesen schwachen Monat ausschlaggebend: Ein stärker US-Dollar, höhere Renditen am Anleihenmarkt und die Aktienrally. Und alle Punkte hängen mit dem Sieg von Donald Trump bei der US-Präsidentenwahl zusammen.

Noch vor der US-Wahl Anfang November hatten Anleger auf weiter steigende Goldpreise gesetzt, vermutlich auch, um sich bei einem eventuell Wahlerfolg des Immobilien-Milliardärs abzusichern, meint die Financial Times. Denn bei einem Trump-Erfolg, so glaubten damals die meisten Analysten, würde die Aktienmärkte nachgeben und Anleger wieder sichere Häfen ansteuern – in erster Linie Gold.

Doch es kam alles anders: Stattdessen gingen Investoren nach dem Wahlentscheid stärker ins Risiko. Getrieben von der Erwartung, dass der kommende Präsident einen wirtschaftlichen Konjunkturplan liefern würde, der das Wachstum ankurbeln und die Inflation anheizen würde. Also beste Voraussetzungen für höhere Aktienkurse und einer Abkehr von sicheren Häfen wie Gold.

Und die Renditen am Anleihemarkt sind deutlich gestiegen – eine weitere Belastung für das gelbe Edelmetall. Denn mit Gold lassen sich im Gegensatz zu Bonds keine jährlichen Zinsen erzielen. Mittlerweile ist der Markt zu 100 Prozent davon überzeugt, dass die US-Notenbank Fed noch in diesem Monat die Zinsen erhöht. Gleichzeitig erwarten Investoren bereits jetzt, dass die Trump-Politik mit einer vermutlich höheren Inflation den Zinserhöhungs-Zyklus der Fed im nächsten Jahr beschleunigt.

Hinzu kommt noch der stärkere Greenback. Der US-Dollar-Index, eine Maßeinheit im Vergleich zu einem Währungskorb, stieg im November um 3,1 Prozent. Gegenüber dem Euro legte der Dollar im vergangenen Monat fast vier Prozent zu. Eine weitere Belastung für den Goldpreis, der in Dollar gehandelt wird und dadurch für ausländische Käufer teurer wird. .

Und es gibt noch weitere Ursachen: Zum Beispiel die stärkere Goldnachfrage in China zusammen mit einem Wertverlust des Renmimbi in diesem Jahr um fast sechs Prozent. Das veranlasste die Behörden, die Einfuhren des Edelmetalls einzudämmen, um den Kapitalabfluss aus dem Land zu stoppen.

China ist der weltweit größte Goldverbraucher. Doch sollten die Beschränkungen für Metallimporte nachhaltig seien, könnte es Zweifel an Pekings Marschrichtung aufwerfen. Denn die kommunistische Regierung will eigentlich den eigenen Goldmarkt für internationale Händler öffnen.

Jürgen Röder
Jürgen Röder
Handelsblatt / Redakteur Finanzzeitung

Kommentare zu " Edelmetalle: Trump schickt den Goldpreis in den Keller"

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  • wenn ich das lese, kann ich nur

    Bras. REALS ver- & GOLD kaufen...!

  • Herr Röder,

    Sie dichten sich hier aber auch etwas zusammen. Mein lieber Herr Gesangsverein.
    Der Goldpreis richtet sich nach internationalen Gesetzmässigkeiten und nicht nach einem Wahlergebnis in Amerika. Z.B Entwicklungen in China oder dem Bargeldverbot in Indien. Ja.

    Natürlich kann man verschiedene Entwikclungen und Zusammenhänge solange aneinanderreihen bis sie für den Redakteur passen und sich ein Artikel daraus schreiben lässt.

    Inhaltlich richtiger wird dieser aber dadurch nicht.

    Schönen Abend noch,

  • Ist doch klar, wenn ein Goldman ins Finanzministerium einzieht dann bleibt doch Alles beim Alten mit dem Dollarspiel, unendlich viel Papierschnippel für die ganze Welt.

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