Eigene Anlageklasse
Devisen locken Anleger

Immer mehr Investoren betrachten Währungen als eigene Anlageklasse. In der Vergangenheit galten Anlagen in Devisen vor allem als Mittel der Risikosteuerung. Das ändert sich jedoch.

FRANKFURT. „Wir glauben, dass Währungen als eigene Anlageklasse betrachtet werden sollten“, sagen Chris Callan und Henning Busch von Morgan Stanley im Gespräch mit dem Handelsblatt. Die Geldanlage in Devisen biete attraktive Möglichkeiten zur Generierung von Alpha. Mit Alpha wird der Teil des Gesamtergebnisses einer Kapitalanlage angegeben, der über der durchschnittlichen Marktentwicklung – gemessen beispielsweise an einem Index – liegt.

„Die Devisenmärkte sind beinahe der perfekte Markt für Investoren, die auf der Suche nach Alpha sind“, heißt es auch bei der Deutschen Bank. Die Experten des Hauses begründen das unter anderem damit, dass die Transaktionskosten niedrig seien, dass Investments am Devisenmarkt nur minimale Kapitalanforderungen an Anleger stellten und dass die Kassa- und Derivatemärkte als die liquidesten Märkten in der Welt gelten könnten. Der Parker FX-Index, der die Ergebnisse von Devisen–Managern mit einem verwalteten Vermögen von 15,7 Mrd. Dollar widerspiegelt – weist seit 1990 ein Plus von fast acht Prozent im Jahr auf.

Dass die Kapitalanlage in Devisen wegen der positiven Ertrags-Perspektiven an Bedeutung gewinnt, ist auch dem Boom am Markt für Alternative Investments zuzuschreiben. Anleger reduzieren mit „Alternativen“ wie Hedge-Fonds, Rohstoffen und Devisen ihre in traditionellen Anlageklassen wie Aktien und Anleihen bestehenden Risiken. Der Grund: „Devisen weisen eine nur geringe Korrelation zu anderen Anlageklassen auf“, sagen die Experten der Deutschen Bank.

Finanzhäuser haben jüngst immer mehr Produkte kreiert, die dem Anleger über ein aktives Währungsmanagement zusätzliche Erträge aus Devisen-Investments abliefern können. Bei der Suche nach positiven Erträgen in der Anlageklasse Währungen spielt der Zinsunterschied zwischen den einzelnen Währungen eine große Rolle. Ebenso wichtig sind aber auch Kursfluktuationen der Währungen, auf die Experten entweder mit Hilfe technischer und vollautomatisierter Modelle setzen oder aber durch traditionelle fundamentale Analyse der Devisenkurs-Bestimmungsfaktoren.

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