"Eigentlich ist Gold eine ganz normale Devise"
Goldrausch in homöopathischen Dosen

Das Stück ist 25 Zentimeter lang, acht Zentimeter breit, drei Zentimeter hoch und sage und schreibe zwölfeinhalb Kilo schwer; an den Händen vollkommen geruchlos. Kein Kratzer stört die Reinheit, feines, strahlendes Glänzen, kühl, glatt, gelb, golden. Auf dem Barren ein Siegel, die Angabe 999,9 und dann das Wort: Fine Gold. Darunter ein Gütestempel. In der Bank of London wäre das gute Stück heute etwa 132 000 Euro wert.

HB HANAU. Irgendwo auf dieser Welt lagern fast 275 000 dieser prachtvollen Barren. Es ist der deutsche Goldschatz. Ende September 2002 war er 36,2 Milliarden Euro wert. Das hat die Bundesbank offiziell mitgeteilt. Und man weiß, dass Ernst Welteke, der Bundesbank-Präsident, das Gold gern verkaufen möchte, portionsweise und fein abgestimmt mit den Kollegen der anderen europäischen Nationalbanken.

Sehr viel mehr weiß man nicht, auch nicht in Berlin. Nur die Bundesbank kennt die Plätze, wo der Goldschatz gehortet wird, nur sie weiß, wie groß er ganz genau ist. Um kaum ein Vermögen wird so viel Aufhebens gemacht wie um den Goldschatz der Bundesbank, immerhin die zweitgrößte offizielle Goldreserve der Welt. Allein die USA haben noch mehr.

Unter dem Pflaster von New York stapelt sich das Gold bis unter die Decke. Davor Tresortüren, ein schweres, stählernes Gitter. In der Mitte ein Gang, hier laufen die Touristen entlang und staunen. Der Tresor gehört der Federal Reserve Bank, der amerikanischen Schatzbank. Gut möglich, dass sich hier auch viele Barren verstecken, die den Deutschen gehören.

Tatsächlich ist das Gold der Deutschen das Gold des Wirtschaftswunders, das Gold der Mark. Es hat daher etwas mit Ludwig Erhard zu tun und – wenn man so will – mit einem Stück nationalen Selbstbewusstseins.

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