Einbruch am Devisenmarkt
So könnte die Flash-Crash-Zukunft aussehen

Der Devisenmarkt trocknet aus. Um mehr als 20 Prozent ist der weltgrößte Finanzmarkt in den vergangenen Monaten geschrumpft. Anleger müssen sich künftig auf heftige Kurs-Extreme einstellen.

New YorkDer Devisenhandel gilt als größter Finanzmarkt weltweit. Doch seit einiger Zeit herrscht dort Tumult: In den vergangenen anderthalb Jahren verkleinerte sich der gesamte Devisenmarkt um rund ein Fünftel. Die drei größten Handelsplattformen – CME, ICAP und Thomson Reuters handelten im März dieses Jahres Devisen in Höhe von rund 538 Milliarden Dollar pro Tag, wie Daten von Bloomberg belegen. Im September 2014 waren es noch mehr als 669 Milliarden Dollar gewesen.

So stark ist der Markt eingebrochen, dass einige Banken inzwischen über zu wenige Kunden in dieser Sparte klagen. Doch nicht nur Banken, auch auf Privatkunden könnte sich der Einbruch am Devisenmarkt auswirken. Weil die Umsätze schrumpfen, haben Händler Probleme, Positionen einzugehen oder aufzugeben, ohne dabei die Kurse zu beeinflussen. Das kann dazu führen, dass innerhalb eines Tages ein Währungskurs für kurze Zeit extrem nach oben oder nach unten ausschert.

Auf den Aktienmärkten sind solche Probleme lange bekannt. Der Einbruch des US-Aktienmarktes am 6. Mai 2010 ging als „Flash-Crash” in die Börsengeschichte ein. Dabei sank der Dow Jones innerhalb weniger Minuten um mehr als sechs Prozent. Fünf Jahre später wurde ein britischer Händler für die Kursausschläge verantwortlich gemacht. Mittels eines Computerprogramms hatte er in Hoffnung auf Arbitrage zahlreiche Verkaufsanträge in Auftrag gegeben und diese anschließend wieder storniert.

Die Flash-Crashs an den Devisenmärkten unterscheiden sich von jenen auf den Aktienmärkten, weil sie nicht Folge von Manipulationen, sondern eines ausgetrockneten Marktes sind. Erst im Januar brach der südafrikanische Rand innerhalb von nur 15 Minuten um 9 Prozent ein, bevor er sich wieder erholte. Der Neuseeland-Dollar hatte im August seinen eigenen Flash-Crash. Die Reserve Bank of Australia kam zu dem Schluss, dass Illiquidität für die Wechselkursschocks verantwortlich ist. Und am Donnerstag schnellte der Yen in weniger als drei Minuten um 2,6 Prozent nach oben, nachdem die Bank of Japan verkündet hatte, sie werde von zusätzlichen Konjunkturmaßnahmen absehen.

Seite 1:

So könnte die Flash-Crash-Zukunft aussehen

Seite 2:

Mehr Risiko – mehr Volatilität

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%