Einstimmiger Beschluss.
Opec hält ihre Fördermengen konstant

Auf einem Sondertreffen im Dezember will das Ölkartell noch einmal beraten. Einige Mitgliedsländer würden die Produktion lieber heute als morgen aufstocken. Die Hintergründe der Entscheidung.
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WIEN. Die Opec hält ihre Produktionsmengen stabil. „Der Ölpreis hat ein vernünftiges Niveau erreicht“, begründete Opec-Generalsekretär Abdalla El-Badri gestern in Wien die Entscheidung der zwölf in der Opec zusammengeschlossenen Ölförderländer.

Die in der Opec-Zentrale in Österreichs Hauptstadt tagenden Ölminister haben ihren Beschluss einstimmig gefasst. Hinter den Kulissen hat jedoch schon der Wettlauf begonnen, welches Land seine Produktion im nächsten Jahr ausweiten darf.

Im Moment sind die Opec-Länder noch vorsichtig in Sachen Weltkonjunktur. „Wir sind vor allem besorgt wegen der Dollar-Entwicklung“, sagte der Opec-Generalsekretär. Noch überwiegt die Skepsis, ein zu starker Rückschlag in den USA würde die Erholung der Weltkonjunktur stoppen. Mit dem aktuellen Preisniveau zwischen 75 und 80 US-Dollar je Barrel Rohöl (159 Liter) können die meisten Opec-Länder leben.

„Jede andere Entscheidung wäre eine Überraschung gewesen“, kommentierte Johannes Benigni vom Beratungsunternehmen JBC Energy die Entscheidung der Minister. Eine weitere Reduzierung der Fördermengen ist nicht vorstellbar. Sie wäre kaum glaubwürdig am Markt, weil sich einige Opec-Länder schon jetzt nur begrenzt an die vorgegebenen Fördermengen halten. Generalsekretär El-Badri sprach die Hoffnung aus, „dass wir die Einhaltung der Fördermengen im nächsten Jahr verbessern werden“.

Auf dem Höhepunkt der Finanzkrise vor knapp zwei Jahren hatte die Opec ihre Tagesproduktion um etwa vier Millionen Barrel (oder ungefähr 15 Prozent) reduziert. Einige Länder wie Nigeria, Angola und Algerien würden lieber heute als morgen die eigene Förderung erhöhen, um mehr Geld mit dem Ölgeschäft zu verdienen. Der irakische Ölminister Hussain Al-Shahristani kündigte an, dass sein Land neue Ölfelder in Betrieb nehmen werde – um natürlich auf Dauer auch wieder mehr Öl zu produzieren.

Innerhalb der Opec ruft das sofort die konservativen Kräfte auf den Plan. Allen voran das größte Förderland Saudi-Arabien, das einen Preisverfall bei wachsender Rohölförderung befürchtet. Der saudische Ölminister Ali Ibrahim Naimi sprach deshalb wenig überraschend von einer „hervorragenden Situation am Markt“. Angebot und Nachfrage seien ausgeglichen.

Auf einem zusätzlichen Treffen im Dezember diesen Jahres wollen die Ölminister erneut beraten. Hält die wirtschaftliche Erholung an, könnte die Opec die Förderung erhöhen. Die Internationale Energie Agentur (IEA) in Paris hat jedenfalls in dieser Woche schon einmal die Devise ausgegeben, dass es weiter aufwärts geht. Der Weltölverbrauch werde dieses Jahr um zwölf Prozent steigen.

Stefan Menzel ist beim Handelsblatt der Spezialist für die Automobilbranche.
Stefan Menzel
Handelsblatt / Korrespondent Automobilindustrie

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