Eisenerz, Öl, Gold: Die sagenhafte Rohstoffrally

Eisenerz, Öl, Gold
Die sagenhafte Rohstoffrally

Trotz Konjunktursorgen ziehen die Preise für Eisenerz und Kupfer sprunghaft an. Doch Anleger sollten vorsichtig sein. Analysten sprechen von hochspekulativen Märkten und wissen nicht, ob sie dem Braten trauen dürfen.

DüsseldorfAm Montag war an den Rohstoffmärkten die Hölle los. Der Preis für Eisenerz stieg auf 60 Dollar je Tonne um 18 Prozent und verzeichnete den stärksten Anstieg aller Zeiten. Der Grund: China hatte angekündigt, seine Stahlproduktion auszuweiten. Dadurch hellte sich der Ausblick für den Stahlverbrauch beim größten Stahlabnehmer der Welt auf.

Erz mit 62 Prozent Eisengehalt zur Lieferung im chinesischen Qingdao verteuerte sich um 19 Prozent auf 63,74 Dollar je Tonne – das war der stärkste Tagesanstieg seit 2009 und der höchste Preis seit Juni letzten Jahres.

Im vergangenen Jahr waren die Preise für Rohstoffe noch massiv unter Druck geraten, eine Preisspirale nach unten hatte eingesetzt. Das Überangebot an Rohstoffen und eine schwächelnde Konjunktur – vor allem in China – sorgten für eine niedrige Nachfrage. Das trieb die Preise in den Keller.

Doch am Montag zeigte sich ein ganz anderes Bild, denn plötzlich zogen die Preise an. „Die Eisenerz- und Stahlmärkte sind durchgedreht. Sie haben sich von den Fundamentaldaten gelöst und werden stark von Stimmungen getrieben“, sagte eine chinesischer Rohstoffanalyst.

Die Preisrally trieb auch die Aktien großer Rohstoffkonzerne nach oben: Die Aktie der australischen Fortescue Metals Group gewann in Sydney 24 Prozent hinzu; auch die großen Bergbauunternehmen Rio Tinto Group und BHP Billiton verzeichneten deutliche Kursgewinne. 

Das treibt hochspekulative Anlieger an den Markt, die jetzt einsteigen, um auf fallende Kurse zu wetten. An den Terminkontraktbörsen deckten sich Anleger mit Short-Wetten ein, weil sie glauben, dass die Rohstoffpreise bald wieder fallen werden.

Anleger sollten vorsichtig sein, denn viele Experten halten den Preisanstieg der letzten Wochen für übertrieben und hoch-spekulativ. Die US-Investmentbank Goldman Sachs warnt etwa vor dem aktuellen Preisanstieg, weil er nicht „nachhaltig“ sei. „Die Rally der Eisenerzpreise ist sicher nur von kurzfristiger Dauer“, schreiben Analysten der US-Bank. Sie bleiben bei ihrer Prognose und rechnen mit einem Preis von 36 Dollar je Tonne am Jahresende. Das wäre im Vergleich zum aktuellen Niveau ein Minus von mehr als 20 Prozent. Auch die Preise für Aluminium und Kupfer sollen laut Goldman Sachs in den nächsten 12 Monaten um 20 Prozent fallen.

Denn die aktuellen Preisanstiege seien durch die tatsächliche Situation in China gar nicht gerechtfertigt. Die Aussichten Chinas bleiben schlecht, mit Chinas Außenhandel geht es weiter steil bergab. Wie die Zollverwaltung in Peking am Dienstag mitteilte, sanken die Ausfuhren im Vergleich zum Februar des Vorjahres um 20,6 Prozent – so stark wie seit sieben Jahren nicht mehr. Auch die Importe waren erneut rückläufig. Der Einbruch von Chinas Außenhandel setzt sich damit ungebremst fort.

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Die sagenhafte Rohstoffrally

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Wette gegen den Kupferpreis

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