Emirate wollen Produktion erhöhen
Brent-Öl kostet erstmals 50 Dollar

Der Ölpreis für die Nordseesorte Brent hat am Montag erstmals die psychologisch wichtige Marke von 50 Dollar erreicht. Ein Barrel (159 Liter) zur Lieferung im November kostete um 12.03 Uhr genau 50,00 Dollar. Erst am Freitag wurde mit 49,75 Dollar ein neues Rekordhoch erreicht.

HB FRANKFURT. Erst am Freitag war mit 49,75 Dollar ein neues Rekordhoch erreicht worden. Händler begründeten den erneuten Preisanstieg mit Sorgen vor Lieferengpässen durch einen viertägigen Generalstreik im afrikanischen Ölland Nigeria, der am Montag begann.

In New York blieb der Ölpreis hoch. Öl zur Novemberauslieferung notierte am Morgen im elektronischen Handel mit 53,30 Dollar nahe des Schlusskurses vom Freitag. Am vergangenen Freitag hatte Öl im Tagesverlauf zeitweise ein neues absolutes Hoch erreicht und 53,40 Dollar gekostet.

Rohöl der Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC) hatte am Freitag bei 45,19 Dollar pro Barrel gelegen. Das waren 11 Cents mehr als am Tag davor, teilte das OPEC-Sekretariat am Montag in Wien mit. Neben dem Streik in Nigeria, der sich gegen die Erhöhung des heimischen Ölpreises richtet, wirkte sich auch ein sturmbedingter Ausfall des Ölhafens LOOP (Louisiana Offshore Oil Port) im Golf von Mexiko negativ aus. Wegen des tropischen Sturms „Matthew“ war der Ölhafen Ende vergangener Woche geschlossen worden. Dort werden zehn Prozent der US-Öleinfuhren umgeschlagen.

Brent-Öl wird nach Einschätzung der Rohstoff-Expertin Sandra Eber von der DekaBank in Richtung der 60-Dollar-Marke steigen. „Wir werden eher die 60 Dollar sehen als 40 Dollar“, sagte die Volkswirtin. Die Nachfrage werde in der bevorstehenden Heizperiode noch steigen und Rohöl verteuern. Um den Preis zu drücken, ist nach Einschätzung von Ebner ein deutlicher Aufbau der Lagerbestände notwendig. „Das sehe ich im Moment aber nicht.“ Ebner zufolge ignoriert der Markt derzeit positive Meldungen. „Egal welche Nachrichten kommen, der Ölpreis steigt.“ So habe die Ankündigung des Generalstreiks in Nigeria den Preis weiter nach oben getrieben, obwohl nicht mit einem Ausfall der Ölproduktion gerechnet werde.

Als Hauptantrieb der Ölpreise gilt die stark wachsende Nachfrage aus China. Diese zehrt die Förderreserven der Opec-Staaten allmählich auf. Dem Weltmarkt bleibt so nur eine geringe Versorgungsreserve um Lieferausfälle wie die nach den Wirbelstürmen der vergangenen Monate im Golf von Mexiko auszugleichen. Dort fällt nach dem Hurrikan „Ivan“ vor vier Wochen noch immer die Produktion um 475.000 Barrel Öl am Tag geringer aus.

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