Emissionsrechte
CO2-Markt entspannt sich

Der Preis für Kohlendioxid-Emissionsrechte wird nach Ansicht von Experten in den kommenden Monaten sinken. Damit dürften auch die hohen Strompreise nachgeben, weil die Versorger ihren Kunden die Verschmutzungsrechte in Rechnung stellen.

FRANKFURT. „Die Fundamentaldaten des Marktes werden sich in den nächsten Monaten deutlich ändern“, sagt der geschäftsführende Direktor des Finanzdienstleisters Natsource, Paul Vickers. Denn in den kommenden Monaten dürften zusätzliche Verschmutzungszertifikate auf den Markt kommen und den Nachfrageüberhang ausgleichen.

Immer mehr europäische Unternehmen erhalten von den Aufsichtsbehörden so genannte CO2-Kredite für umweltfreundliche Projekte, die zu einem Rückgang der Treibhausgase führen. Dabei handelt es sich zum Beispiel um Unternehmen der Agrar- und Forstwirtschaft oder der Energietechnologie, deren Projekte zum Beispiel in Asien nachgewiesenermaßen den Ausstoß von Kohlendioxid (CO2) reduzieren. Diese Unternehmen dürften diese CO2-Emissionskredite auf dem Markt anbieten und so zu einer stärkeren Ausbalancierung der Kräfteverhältnisse führen.

In den vergangenen Monaten waren die Preise für CO2-Emissionsrechte an den Börsen ECX in Amsterdam, EEX in Leipzig und NordPool in Oslo vor allem deshalb stark von zeitweise deutlich unter sieben Euro je Tonne in der Spitze bis auf über 28 Euro je Tonne in die Höhe geschossen, weil einer zunehmenden Zahl von Käufern – also von Unternehmen, die Emissionsrechte kaufen mussten – auf der anderen Seite nicht genügend Verkäufer gegenüberstanden.

Nach Ansicht von Vickers und anderer Fachleute wird sich der starke Preisanstieg, der von den führenden Energieversorgern in Europa sehr gerne als ein wesentliches Argument für stark gestiegene Strompreise herangezogen wurde, schon bald umkehren.

Andere Experten warnen allerdings vor der Erwartung eines zu starken Preisrückgangs. Noch sei nämlich gar nicht sicher, ob die umweltfreundlichen Projekte wirklich die Erwartungen der Initiatoren erfüllen und diese dann die entsprechenden Gutschriften für CO2-Kredite verbuchen könnten. In der Branche wird in diesem Kontext darauf hingewiesen, dass vor allem China in den vergangenen Monaten einige größere klimafreundliche Projekte mit dem Ziel der Gutschrift von CO2-Emissionskrediten angemeldet habe.

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