Endspiel um den Euro
Deutsche Bank erwartet Austritt Griechenlands

Trotz des Wahlsiegs der Altparteien stellen sich die Vermögensverwalter der Deutschen Bank auf einen Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone ein. Im Moment gebe es keine überzeugende Lösung für die Probleme, sagen die Banker.
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FrankfurtDie Vermögensverwalter der Deutschen Bank stellen sich trotz des Wahlsiegs der Altparteien in Griechenland auf einen baldigen Austritt des Landes aus der Euro-Zone ein. "Ein Auseinanderbrechen der Euro-Zone ist ein sehr wahrscheinliches Szenario", sagte der Chef-Anlagestratege (CIO) der Vermögensverwaltungssparte DB Advisors, Georg Schuh, am Dienstag auf einer Konferenz in Frankfurt. Im Moment gebe es keine überzeugende Lösung für die Probleme im gemeinsamen Währungsraum, auch wenn die Europäische Zentralbank (EZB) "noch ein paar Schüsse" an Notmaßnahmen freihabe. "Der Kapitalmarkt hat ein Auseinanderbrechen bereits eingepreist. Die Investoren sind da viel weiter als die Politik", mahnte Schuh. "Ich glaube, wir sind jetzt in der Endspiel-Phase."

Nach seinen Worten könnte Griechenland noch dieses Jahr den Euro verlassen. "Je eher, desto besser", sagte Schuh. Für den Euro könne dies auch eine Chance sein - nämlich dann, wenn er nicht als "starre Währung" verstanden werde, sondern als "organisches Konstrukt", das sich über die Jahre verändere. So könnten einzelne Länder wie Griechenland ausscheiden, andere wie Polen dafür hinzukommen. "Die Situation ist im Moment so dramatisch, man muss es auf einen Versuch ankommen lassen."

Schuh hatte bereits vor einem Jahr im Gespräch mit Reuters vor einem Flächenbrand in der Euro-Zone gewarnt und sieht sich in seinen Befürchtungen nun bestätigt. DB Advisors verwaltet weltweit über 100 Milliarden Euro für institutionelle Investoren wie Pensionskassen, Stiftungen und Unternehmen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Endspiel um den Euro: Deutsche Bank erwartet Austritt Griechenlands"

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  • Ich glaube nicht, dass Griechenland aus dem Euro austreten muss. Es wird europäische Anleihen geben und dann ist den Zockern, allen voran den Deutschbankern erstmal die Spekulationslust genommen.

  • Wetten, dass die Deutsche Bank, Goldman Sachs und ein paar andere Krisenprofiteure schon beträchtliche Wetten auf diese Vorhersage abgeschlossen haben?

  • Ein, zugegeben, nicht ganz vergleichbares Paradebeispiel.
    Deswegen wird das ja auch sehr einfach werden mit der internationalen Gläubigerkonferenz und überhaupt dem ganzen Rattenschwanz von Problemen.
    Sowas kümmert Nationalstaatler hier natürlich alles irgendwie nur recht peripher.
    Und was wenn die Griechen austreten?
    Danach die Spanier?
    Die Portugiesen?
    Derweil Henkel den Nordeuro ausrufen will, der ihm unter seiner Rhetorik längst weggeklappt sein wird, wie er es immer so gerne zu proklamieren gedenkt.

    Ja Leute, da wird wahrlich kein Auge trocken bleiben.
    Und das wird nicht einmal rummsen, das wird so lange rummsen, bis der letzte Doofe in Europa begriffen haben wird, dass er sich mit seinem Europa Lamentariaden geradewegs in die Steinzeit und damit in die Bedeutungslosigkeit hineingepfiffen hat.
    Schon jetzt Gratulationen dazu.

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