Energiebehörde
USA senken Ölpreisprognose überraschend

Trotz hoffnungsvoller Konjunkturdaten erwarten die USA keine zügige Erholung der weltweiten Ölnachfrage. Nach zwei Monaten mit Prognosesteigerungen senkte die US-Energiebehörde ihren Ausblick aufs Gesamtjahr am Dienstag überraschend. Auch die Opec rechnet mit Rückschlägen.

HB WASHINGTON/LONDON. Die US-Energiebehörde erwartet nun eine Nachfrage von durchschnittlich 83,76 Mio. Barrel pro Tag (bpd). Analysten hatten dagegen mit einer dritten Anhebung in Folge gerechnet, nachdem die Behörde sich bereits im Juni und Juli nach oben korrigiert hat. Die Opec hielt ihre Prognose für die weltweite Ölnachfrage dagegen aufrecht, rechnet aufgrund von Überkapazitäten aber nächstes Jahr mit Rückschlägen.

Die EIA erklärte, sie rechne mit einer Erholung der Weltwirtschaft erst gegen Ende des Jahres. Zuletzt hatten positive Daten vom US-Arbeitsmarkt und eine Reihe von Konjunkturdaten aus China Hoffnungen geweckt, es könne schneller vorwärtsgehen. Der Preis für ein Fass US-Leichtöl, der im Dezember auf rund 33 Dollar gefallen war, kletterte daraufhin wieder auf rund 70 Dollar. Auch die Aktienmärkte kletterten auf den höchsten Stand seit Monaten.

Mit ihrer neuen Prognose drückt die EIA nun etwas auf die Euphoriebremse. Die letzten beiden Male hatte sie ihre Jahresvorhersage jeweils leicht angehoben und dies mit einer Aufhellung des Konjunkturhimmels begründet. Sämtliche Prognosen liegen jedoch deutlich unter dem Wert aus dem Vorjahr, als weltweit täglich 85,41 Mio. Barrel verbraucht werden. Auch im nächsten Jahr wird die Nachfrage nach Einschätzung der EIA mit 84,70 Million bpd noch unter dem Niveau von 2008 liegen. Die Opec rechnet in diesem Jahr weiter mit einem Rückgang um 1,65 Mio. bpd und 2010 mit einer Steigerung um 500 000 bpd.

Für die Mitgliedsstaaten des Kartells, das mehr als ein Drittel des weltweiten Öls fördert, wird sich die Situation nach Einschätzung der Organisation aber weiter verschlechtern. Die Nachfrage nach Opec-Öl werde 2010 wegen großer Vorräte nur 27,97 Mio. bpd betragen - voraussichtlich 480 000 bpd weniger als in diesem Jahr. Bislang hatte die Fördergemeinschaft lediglich ein Minus von 380 000 bpd erwartet. "Wenn sich die Wirtschaft nicht so stark erholt wie derzeit am Markt erwartet, könnten außerdem die Ölpreise unter Druck kommen", erklärte die Opec.

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