Energieministerin stellt ökologische Bedenken zurück
Norwegens Regierung will mehr Öl in der Arktis fördern

Norwegens Erdölpolitik steht vor einer Wende. Angesichts knapper Ölreserven prüft der weltweit drittgrößte Ölexporteur den Ausbau der Rohöl- und Erdgasförderung in der ökologisch sensiblen Arktis.

HB STOCKHOLM. Bei der Eröffnung einer führenden Industriemesse für die Ölbranche in Stavanger erklärte die norwegische Energieministerin Thorhild Widvey gestern, „in naher Zukunft“ würden die Möglichkeiten eines Ausbaus der Ölaktivitäten in der Barentssee untersucht. Einen konkreten Zeitplan nannte sie allerdings nicht. Experten gehen davon aus, dass in der Barentssee nördlich des norwegischen und russischen Festlands rund ein Viertel aller noch unentdeckten Ölvorkommen liegt.

Trotz massiver Proteste von Umweltschutzorganisationen hatte die norwegische Regierung bereits im Dezember vergangenen Jahres Ölbohrungen in der Barentssee teilweise freigegeben. Angesichts des hohen Ölpreises bei gleichzeitig sinkenden Ölreserven drängten Ölkonzerne in letzter Zeit immer stärker auf eine Ausweitung der Ölbohrungen in der Barentssee. Der Chef des größten norwegischen Ölkonzerns Statoil, Helge Lund, begrüßte die Ankündigung der Energieministerin. Noch im Jahr 2001 hatte Norwegens Regierung angesichts einer Studie über die ökologischen Auswirkungen der Ölsuche auf die großen Fischbestände in der Arktis den Ölkonzernen alle Förderaktivitäten untersagt. Später wurden dann unter strengen Umweltschutzauflagen drei Öl- und Gasfelder zur Erforschung freigegeben.

An den internationalen Rohstoffbörsen gaben die Ölpreise gestern zwar wie schon am Vortag leicht nach, blieben aber auf hohem Niveau. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete zeitweise weniger als 43 Dollar und war damit billiger als am Vortag. Daraufhin ließen die Befürchtungen nach, dass der hohe Ölpreis die wirtschaftliche Entwicklung bremsen könnte. Dennoch setzten die internationalen Aktienmärkte gestern ihren Erholungskurs nur kurz fort. In der vergangenen Woche war der Ölpreis von einem Rekordhoch zum nächsten geeilt und hatte die Börsen nachhaltig belastet.

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