Energiepreise
Saudi-Arabien vor schwerer Entscheidung

Um das hohe Haushaltsdefizit zu bekämpfen, will Saudi-Arabien eigentlich die Energiepreise im Inland erhöhen. Die Benzinpreise sollen um 80 Prozent steigen. Das könnte das Land aber noch tiefer in die Rezession treiben.
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ChobarSaudi-Arabien steht bei dem geplanten Umbau seiner Wirtschaft vor einer schweren Entscheidung. Eigentlich sollen als Teil von umfassenden Reformen die Energiepreise im Inland steigen, um das hohe Haushaltsdefizit zu bekämpfen, das unter anderem eine Folge des niedrigen Öl-Preises ist. Allerdings droht etwa die geplante Erhöhung des Benzinpreises laut Medienberichten um 80 Prozent auf knapp 0,37 Euro pro Liter oder eine neue Mehrwertsteuer von fünf Prozent die Wirtschaft des Landes tiefer in die Rezession zu stürzen. Auch könnte dies die Bevölkerung gegen die Reformen aufzubringen. Die Zeit drängt: Bis Ende 2018 soll der Öl-Riese Saudi Aramco<IPO-ARMO.SE> an die Börse. Investoren werden die neuen Preise kennen wollen, bevor sie die Aktie kaufen.

Mit dem Vorgang vertraute Personen haben der Nachrichtenagentur Reuters erklärt, die Entscheidung solle nun bis Ende des Monats fallen. Sie sei verschoben worden, um ein System von Unterstützungsleistungen für die Haushalte mit geringeren oder mittleren Einkommen zu entwerfen, heißt es in Regierungskreisen. „Es wird noch diskutiert, wer entschädigt wird und wer nicht“, sagt ein Insider. „Die Regierung muss die Implikationen von höheren Steuern berücksichtigen und wie den Risiken für das BIP-Wachstum und den Haushalt gleichermaßen begegnet werden kann.“

Die Folgen einer ersten Runde von Energiepreiserhöhungen im Dezember 2015 zeigten das Problem. Zwar geht das Staatsdefizit inzwischen tatsächlich zurück. Allerdings war der wirtschaftliche Preis dafür hoch: Im zweiten Quartal rutschte die Wirtschaft in die Rezession, wie Daten aus der vergangenen Woche zeigen. Die Arbeitslosigkeit liegt bei 12,8 Prozent.

Im Dezember 2016 deuteten die Behörden dann den Abbau der Subventionen bei Energie für Mitte 2017 an. Damit sollten zusammen mit Reformen bei den Wasserpreisen im ganzen Jahr 29 Milliarden Rial (etwa 6,6 Milliarden Euro) eingespart werden. Allerdings wuchs seitdem der Nicht-Öl-Sektor im zweiten Quartal 2017 um nur 0,6 Prozent im Jahresvergleich. Damit wird die Vorhersage von 1,7 Prozent Wachstum in diesem Bereich unwahrscheinlicher, wie er für das Gesamtjahr vom Internationaler Währungsfonds (IWF) vorhergesagt worden war.

Der IWF hat die Regierung in Riad inzwischen aufgefordert, die Preiserhöhungen beim Treibstoff zu verschieben, um die Wirtschaft zu schützen. Einige Insider gehen inzwischen davon aus, dass dies wirklich passieren wird und die höheren Preise erst 2018 kommen. Andere erwarten ein Festhalten am Plan für einen Anstieg noch in diesem Jahr.

In der vergangenen Woche deutete Energieminister Chalid al-Falih den zweiten Weg an. „In Saudi-Arabien legen wir viel Wert auf die Energie-Effizienz“, sagte er auf einer Tagung in Moskau. „Wir werden unsere Energiepreise in diesem Jahr zur gegebenen Zeit reformieren.“

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Energiepreise: Saudi-Arabien vor schwerer Entscheidung"

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  • Wie hier schon öfters kommentiert, die weiße Vater in den USA führt die Saudis in die Pleite und nimmt ihnen das Öl weg. Fracking macht es möglich. Die Wüstenmusels werden verarmen, lange hat es gedauert aber der Tag der Rache für das ehemals teure Öl kommt.

  • ENERGIEPREISE
    Saudi-Arabien vor schwerer Entscheidung
    Datum:
    10.10.2017 11:05 Uhr
    Um das hohe Haushaltsdefizit zu bekämpfen, will Saudi-Arabien eigentlich die Energiepreise im Inland erhöhen. Die Benzinpreise sollen um 80 Prozent steigen. Das könnte das Land aber noch tiefer in die Rezession treiben.

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    Intelligenter ist die Benzinpreise niedrig zu lassen und die Menschen damit weiterhin Mobil zu halten weil nur Mobilität auch tatsächlich zu mehr Konsum führt !!!

    Diesen Fehler ist genau in Deutschland zu erkennen wo der Benzinpreis zu stark besteuert wurde und seit Jahren die Regierung Deutschlands mit Rezessionen kämpft obwohl überall und dieses sogar beim Discounter die Preise regelrecht nach unten purzeln um den Umsatz dadurch steigern zu können oder zumindestens zu erhalten !

    Die GRÜNEN hatten mal mit der SPD die REZESSIONEN FÜR DEUTSCHLAND BIS HEUTE eingebracht !

    Nun wartet deutsche Wirtschaft auf einem Deutschen Trump der solche Gesetze umschmeißt damit die Wirklich echte Inflation in Deutschland beginnt !!!

    Mit Jamaika Koalitionen wird sich in Deutschland eine Katastrophe an Rezessionen ergeben !!!



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