Energiewende: Ölpreisverfall kann Energiewende nicht stoppen

Energiewende
Ölpreisverfall kann Energiewende nicht stoppen

Das langfristige Wachstum der erneuerbaren Energien wird nach Ansicht der US-Großbank Citigroup vom sinkenden Ölpreis kaum gestoppt werden. Anleger sollten das berücksichtigen.
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New YorkNur etwa fünf Prozent der globalen Rohölförderung werde zur Stromerzeugung herangezogen und der fossile Energieträger konkurriere damit nicht direkt mit der Wind- und Solarenergie, hieß es in einer in New York vorgelegten Studie. Lediglich elf Länder auf der Welt generierten mehr als 20 Prozent ihrer Elektrizität mit Rohöl, und zwar vornehmlich im Nahen Osten und in der Karibik.

Die großen Solaranlagen im Nahen Osten erweisen sich laut Citigroup bereits bei einem Ölpreis von 30 Dollar je Barrel als wettbewerbsfähig. Windkrafterzeugung auf Land rechne sich sogar im Vergleich zu Rohöl ab 23 Dollar je Barrel. Damit müsste Rohöl in eine Spanne zwischen 20 und 30 Dollar fallen, um die erneuerbare Energieerzeugung aus Wind und Sonne ernsthaft zu gefährden, hieß es. Die Aussichten für die Erneuerbaren werden sich weiter aufhellen, bilanzierte die Studie, und zwar trotz des Ölpreisverfalls.

Die Citigroup erwartet den Ölpreis der Sorte Brent im Mittel dieses Jahres bei 54 Dollar je Barrel. West Texas Intermediate (WTI) wird den Angaben zufolge bei 46 Dollar erwartet. Im letzten Juni lag der Preis noch bei 107 Dollar.

Auch Experten der Großbanken Goldman Sachs Group und Deutsche Bank rechnen für die erneuerbare Energieerzeugung mit einer robusten Entwicklung ungeachtet gefallener Ölpreise. Für das laufende Jahr seien weiterhin große Investitionen im Bereich Wind- und Solarenergeierzeugung zu erwarten.

Niedrigere Ölpreise könnte sogar die Nachfrage für saubere erneuerbare Alternativen erhöhen, hieß es in der Studie. Das gelte insbesondere, wenn die Förderung fossiler Energieträger wegen der niedigeren Rentabilität eingestellt werde. Damit verknappe sich Erdgas, was dessen Preise anziehen lasse und die Wettbewerbsfähigkeit von Sonne und Wind erhöhe. Es sei mit einem langfristigen Wachstum der Erneuerbaren zu rechnen, wurde von der Citigroup bilanziert.

Agentur
Bloomberg 
Bloomberg / Nachrichtenagentur

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