Engpässe
Die Rohstoff-Nachfrage bleibt hoch

Viele Experten sind sich einig, dass die anhaltend hohe Nachfrage aus den bevölkerungsreichen Regionen vor allem bei Energie-Rohstoffen die Problematik dauerhafter Engpässe in den kommenden Jahren schonungslos aufdecken wird.

HB FRANKFURT. "Wir bevorzugen Energie-Rohstoffe wie Öl, Kohle und Uran", sagt John Reade von der UBS in London. Nicht zuletzt wegen des politischen und ökonomischen Erwachens in China und Indien wird der "Megatrend Rohstoffe" nach Ansicht von Analysten noch über viele Jahre hinweg die Unternehmen der Weltwirtschaft vor große Herausforderungen stellen und darüber hinaus in gleich hohem Maße auch die Kapitalanleger in ihren Bann ziehen.

Allerdings hat der seit mehr als fünf Jahren andauernde Aufschwung an den Rohstoffmärkten an Dynamik verloren. Ursächlich hierfür sind zum einen steigende Zinsen und zum anderen Prognosen über ein Nachlassen der globalen konjunkturellen Auftriebskräfte. Dies könnte nach Meinung von Experten wie Simon von Oppenheim vom britischen Hedge-Fonds Attica bei einigen der besonders stark gestiegenen Rohstoffe in diesem Jahr zu Minuskorrekturen führen. Dies ist jedoch nicht gleichbedeutend mit einem Ende der Rohstoffhausse.

Ungeachtet des zuletzt in die Suche, Exploration und Erschließung neuer Rohstoffvorkommen investierten Kapitals ist das Problem der drohenden Verknappung einzelner Rohstoffe noch längst nicht gelöst. Die Schere zwischen Angebot und Nachfrage scheint vor allem im Energiesektor noch weiter aufzugehen. "Die Verschlechterung sowohl in der Qualität als auch in der Quantität der vorhandenen Ressourcen wird über die nächste Dekade hinweg die Rohstoffpreise stützen", sagt Reade. Ein Ende des Booms an den Rohstoffmärkten sei noch nicht abzusehen. Kurzfristig rechnen Fachleute jedoch mit eher schwächeren Preisen. Sie begründen dies nicht zuletzt mit zunehmenden Inflationsgefahren und den in diesem Zusammenhang weltweit stark gestiegenen Leitzinsen. Hierdurch seien so genannte "Carry Trades" - Verschuldung in billigen Währungen wie dem Yen und Kapitalanlage in Rohstoff-Futures, die in US-Dollar notieren - deutlich riskanter geworden, sagt UBS-Experte Reade.

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