Entspannung im Syrien-Konflikt
Korrektur auf dem Rohölmarkt

Die Syrien-Krise hat auf dem Ölmarkt für steigende Preise gesorgt. Doch die Befürchtungen vor Lieferengpässen dürften sich nun zerstreuen. Eine mögliche diplomatische Lösung in Syrien lässt die Ölpreise wieder fallen.
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Der Ölpreis hat am Dienstag einen ausgeprägten Korrekturkurs eingeschlagen. Der Markt befand sich dabei fest im Griff der diplomatischen Entwicklungen rund um die erwogene Militäraktion der USA als Vergeltung für einen mutmaßlichen Chemiewaffeneinsatz der syrischen Armee im August.

Mittlerweile hat die Führung in Damaskus offenbar einer internationalen Kontrolle ihres Chemiewaffenarsenals zugestimmt. Russland als Verbündeter Syriens hatte zuvor einen entsprechenden Vorschlag gemacht. Ein erwogener Militärschlag der USA wird damit zumindest unwahrscheinlicher. US-Präsident Barack Obama hat für den Abend um 21.00 Uhr Ortszeit in Washington (3.00 Uhr MESZ am Mittwoch) eine Stellungnahme zum Thema Syrien angekündigt.

Die Ölsorten West Texas Intermediate und Brent reagierten auf die Entwicklungen mit zunehmenden Preisrückgängen, weil der Ölnachschub aus dem Nahen Osten ohne Waffeneinsatz in Syrien weniger wahrscheinlich unterbrochen würde. Der WTI-Future gab zuletzt 2,3 Prozent nach auf 107 Dollar. Im Tief wurde bislang mit 106,52 Dollar die schwächste Notierung seit dem 3. September ermittelt. Der Future auf Brent sank 2,4 Prozent auf 111,02 Dollar.

Den Ölpreis hat die russische Initiative schwer getroffen, denn die USA könnten nun auf den Militärschlag in Syrien verzichten”, stellte Bob Yawger von Mizuho Securities USA Inc. in New York fest, „jeder hier am Markt wartet nun gespannt auf das, was der Präsident am Abend zu sagen hat“.

Gold war am Kassamarkt bei 1359,94 Dollar je Unze zwei Prozent billiger als am Vortag. Die Einlagen im SPDR Gold Trust, dem größten goldgedeckten börsengehandelten Produkt, gingen zuletzt um 917 Tonnen zurück.

Der Markt wird beeinflusst von den Diskussionen um das Zurückfahren der Stimuli und die geopolitischen Spannungen im Zusammenhang mit der Lage in Syrien“, schrieb Howard Wen, Analyst bei HSBC Securities (USA) Inc., in einer Einschätzung.

Der Silberpreis korrigierte noch heftiger als Gold und sank zuletzt um 3,5 Prozent auf 22,90 Dollar je Unze.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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