Enttäuschender ZEW-Index
Schwache Konjunkturdaten drücken Euro unter 1,20 Dollar

Verhaltene Aussichten auf einen konjunkturellen Aufschwung in Deutschland haben den Euro am Dienstag belastet und wieder unter die Marke von 1,20 Dollar gedrückt.

HB FRANKFURT. Die Gemeinschaftswährung notierte am Nachmittag bei 1,1965 Dollar, nachdem sie ihre Verluste aus Fernost zu Beginn des europäischen Handels zunächst aufholen konnte und sich bei 1,20 Dollar stabilisierte. Die Europäische Zentralbank (EZB) legte den Referenzwert mit 1,1983 (Montag 1,2023) Dollar fest.

Händler führten den Euro-Kursrückgang auf die pessimistischeren Einschätzungen von Experten über die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland zurück, die in einem deutlich stärker als erwartet ausgefallenen Rückgang des ZEW-Index ihren Ausdruck fanden. „Wir hatten einige schwache Konjunkturdaten aus Deutschland, die sich negativ auf den Euro auswirken“, sagte Carsten Fritsch, Währungsstratege bei der Commerzbank.

Zudem habe ein überraschend stark ausgefallenes japanisches Wirtschaftswachstum im ersten Quartal dem Yen Auftrieb gegeben. „Angesichts der geopolitischen Unsicherheiten erwarten wir aber keinen drastischen Rückgang des Euro“, sagte Fritsch. Anschläge in der Türkei und Irak hatten den Dollar am Montag unter Druck gesetzt. Im Referenzverfahren der Banken EuroFX fiel der Euro am Dienstag auf 1,1953 (1,2018) Dollar.

Die vom Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) monatlich befragten Finanzmarktprofis schraubten im Mai ihre Konjunkturerwartungen den fünften Monat in Folge zurück. Auch die aktuelle Lage bewerteten sie pessimistischer. „Kein gutes Omen für die erhoffte Konjunkturerholung“, sagte ZEW-Chef Wolfgang Franz. Der Saldo der Konjunkturerwartungen in der Umfrage unter den gut 300 Analysten und institutionellen Anlegern sank auf 46,4 von 49,7 Punkten im April. Volkswirte hatten im Schnitt nur einen Rückgang auf 49,0 Zähler prognostiziert. Das ZEW führte die Eintrübung der Stimmung auf den hohen Ölpreis, aufkeimende Zinssorgen sowie die schwache Binnennachfrage zurück.

Deutlich besser als erwartet ausgefallene japanische Konjunkturdaten hatten dem Yen im asiatischen Geschäft Auftrieb gegenüber Dollar und Euro gegeben. Gestützt auf Investitionen sowie den privaten Konsum konnte die stark exportabhängige japanische Wirtschaft in den ersten drei Monaten dieses Jahres ein reales Wachstum von 1,4 Prozent im Vergleich zum Vorquartal erzielen und damit die Erwartungen der Analysten deutlich übertreffen. „Die Daten deuten daraufhin, dass die Wirtschaft weiterhin sehr gut aussieht, auch wenn sie weiterhin noch vor allem vom Export angetrieben wird“, sagte Peter Morgan von HSBC Securities.

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