Erdgas stark gefragt
Energiepreise ziehen an

Sinkende Temperaturen in den USA haben den Rohölpreisen neuen Auftrieb gegeben. Die amerikanische Richtmarke WTI legte deutlich zu und erreichte zu Wochenbeginn erneut die psychologisch wichtige Marke von 60 Dollar je Barrel (159 Liter).

DÜSSELDORF. Auch das europäische Brentöl verteuerte sich auf über 55 Dollar. Gleichzeitig zogen die Erdgaspreise in den USA an. Diese Entwicklung zeigt einmal mehr, wie anfällig die Märkte sind.

Die Verunsicherung der Marktteilnehmer über die Lage an den Energiemärkten spiegelt sich auch in den Preisprognosen wider. Das New Yorker Fachblatt Petroleum Intelligence Weekly (PIW) hat insgesamt elf Analysten nach der WTI-Notierung befragt. Diese hatten Anfang Juni den WTI-Preis für 2006 noch um fast 15 Dollar niedriger geschätzt als Mitte November. Nun ergibt sich für 2006 ein Durchschnittspreis von gut 58 Dollar; für 2005 liegt die Prognose bei 57 Dollar. Die Bandbreite der Schätzungen für 2006 reicht von 45,0 bis 65,5 Dollar. Das ist das höchste Schwankungspotenzial dieser regelmäßigen Analystenbefragungen.

Das Fachblatt führt die unterschiedlichen Erwartungen vor allem darauf zurück, dass das Wachstum der kartellungebundenen Produktionsmengen nur mit großen Risiken hochgerechnet werden könne. Die Steigerungsraten bei den Produzenten, die nicht der Opec angehören, wurden zuletzt viel zu hoch prognostiziert. Zum anderen stelle die Entwicklung der Ölnachfrage eine große Unbekannte dar. Wie groß die Bremseffekte beimWachstum des Weltölkonsums durch die jüngsten Preissprünge ausfallen könnten, bleibe ein großes Rätsel, sagte auch Heino Elfert, Herausgeber des Hamburger Fachblatts Energie-Informationsdienst.

Skeptisch sind die Experten der Hypo-Vereinsbank auch für die Entwicklung der Erdgaspreise. Diese spiegelten noch nicht „die langfristige Verknappung, die durch den Rückgang der Öl- und Gasförderung in der Nordsee entstehen wird wider“, heißt es in einer Studie. Die HVB erwartet einen Anstieg der langfristigen Erdgaspreise, doch werde damit „lediglich eine Entwicklung nachvollzogen, die es bei Erdöl bereits im vergangen Jahr gegeben hat“.

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