Erdöl exportierende Länder treffen sich in Beirut
Opec stellt höhere Fördermengen in Aussicht

Die Vereinigten Staaten hoffen auf eine baldige Beruhigung des Ölmarktes. Man habe von den Förderländern ermutigende Signale gehört, sagte US-Außenstaatssekretär Alan Larson am Mittwoch in Washington vor der mit Spannung erwarteten Sitzung der Ölminister der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec).

HB WASHINGTON/BEIRUT/WIEN. Die USA glaubten, dass es im Interesse der Förderländer sei, mehr Öl auf den Markt zu bringen, sagte Larsen. Die Versorgung mit Öl habe nicht mit der stärkeren Nachfrage Schritt gehalten.

Nach den Worten von Larsen sind die Vereinigten Staaten wegen der hohen Ölpreise „besorgt, aber nicht alarmiert“. Die größten Auswirkungen hätten diese Preise auf Länder mit mittlerem oder niedrigen Einkommen. Dies stelle ein Problem für die globale Wirtschaftserholung dar.

Die Ölminister der Organisation Erdöl exportierender Länder kommen am Donnerstag in Beirut zu einer mit Spannung erwarteten Sitzung zusammen. Im Mittelpunkt steht die von Saudi-Arabien geforderte Anhebung der Förderquoten für Rohöl. Der iranische Opec-Gouverneur Hossein Kasempur Ardebili hat bereits angekündigt, dass die Organisation die Obergrenze für die Ölförderung erhöhen will. Dies soll ein Signal für sinkende Preise setzen. Derzeit liegen die Preise für Rohöl auf Rekordniveau.

Auch in Europa und bei den Opec-Produzenten selbst ist die Sorge vor einer Konjunkturdelle in Folge der hohen Ölpreise gewachsen. Die EU-Finanzminister forderten die Opec indirekt zur Erhöhung der Fördermengen auf. Es sollte ein „angemessenes Angebot“ bereitgestellt werden, sagte der amtierende Vorsitzende der EU-Finanzministerrunde, der irische Ressortchef Charlie McCreevy, in Luxemburg. Damit könnten die Ölpreise mit einem stabilen Wachstum der Weltwirtschaft vereinbar bleiben. Sein deutscher Kollege Hans Eichel warnte allerdings vor übertriebenen Reaktionen: „Zur Panikmache besteht kein Anlass.“

Der saudi-arabische Ölminister Ali al-Naimi, der eine deutliche Aufstockung der Opec-Förderquote verlangt, erinnerte am Mittwoch an 1997/98, als eine weltweite Konjunkturkrise den Ölpreis zeitweise unter zehn Dollar gedrückt habe. Nach Einschätzung des Ölministers von Katar, Abdullah ibn Hamad al-Attiya, sind die Möglichkeiten der Opec, den Weltmarktpreis zu drücken, allerdings begrenzt. Eine Erhöhung der Fördermenge werde den Trend auf den Weltölmärkten nicht umkehren können. „Ich bin mir sicher, dass die Panik auf Grund der Anschläge in der Ölstadt Chobar hinter dem starken Anstieg der Ölpreise steht“, sagte der Minister dem arabischen Fernsehsender el Dschasira. „Wir wollen ein Signal geben, aber gegen Panik und Spekulation kann man nichts ausrichten.“

Die internationalen Ölmärkte zeigten sich von der Opec-Linie indes unbeeindruckt. Die Notierungen für Rohöl verharrten nahezu auf ihrem Spitzenniveau: An der New Yorker Warenterminbörse Nymex gab es am Mittwoch lediglich einen leichten Rückgang auf 41,86 Dollar pro Barrel (159 Liter), nachdem der Preis am Vortag um 6 % auf 42,33 Dollar geschossen war - der höchste Stand seit Einführung des Nymex-Ölhandels 1983. In London wurde Brent-Nordseeöl an der International Petroleum Exchange (IPE) mit 38,84 Dollar gehandelt, nachdem dort am Dienstag mit 39,08 Dollar der höchste Stand seit Oktober 1990 verbucht worden war.

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