Ernteeinbußen an Elfenbeinküste
Angst vor Schädlingen beflügelt Kakaopreise

Die Kakaopreise hielten sich am Montag auf hohem Niveau, nachdem sie in der Vorwoche den größten Wochengewinn seit eineinhalb Jahren verzeichnet hatten. Ursache waren Meldungen über einen Befall der Anbauflächen durch Schädlinge im größten Produzentenland Elfenbeinküste sowie in Papua Neuguinea.

LONDON. Kakao ist ein wichtiger Rohstoff für die Schokoladenherstellung.

In der vergangenen Woche stieg der Preis für den Juli-Lieferkontrakt an der Londoner Terminbörse Liffe um 7,2 Prozent auf rund 940 Pfund pro Tonne. Gleichzeitig wuchs die Prämie für die September-Lieferung gegenüber dem Juli-Kontrakt auf 46 Pfund. Eine Woche zuvor hatte dieser Vorsprung nur bei einem Pfund gelegen. Die Zunahme spiegelt die gestiegenen Ängste vor einem unmittelbaren Engpass wider.

Die Ausweitung der Prämie zwischen den beiden genannten Kontrakten sei ein „ungewöhnliches Ereignis“, sagt Jonathan Parkman, Leiter Agrarrohstoffe im Londoner Fortis-Team für Rohstoff-Derivate. „Die jüngsten Entdeckungen des Pflanzenbefalls in Westafrika und Asien verstärken die ohnehin herrschende Sorge vor einem zu geringen Angebot“, sagt Alexander Gansch, Leiter der Kakao-Handelsgesellschaft Balmac International in New York.

Der Londoner Rohstoff-Broker Sucden berichtete von einer schädlichen Viruserkrankung, die die Ernte in der Elfenbeinküste belasten könnte. Außerdem habe die Kakaomotte sich in der weltweit siebtgrößten Anbauregion Papua Neuguinea ausgebreitet.

Schokoladenhersteller und andere Kakaoverbraucher müssen ihre Läger wieder auffüllen. Die Bestände werden 2006 das zweite Jahr in Folge fallen, schätzen Vertreter der International Cocoa Organization (ICCO), eines Verbands von 40 Kakao produzierenden und verbrauchenden Ländern. Den Statistiken zufolge sank der Schiffsexport aus der Elfenbeinküste im Mai gegenüber dem Vormonat um fast ein Drittel.

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