EU
Zinsaussichten hieven Euro auf Vierwochen-Hoch

dpa-afx FRANKFURT. Gestützt von der Aussicht auf weiter steigende EZB-Leitzinsen hat der Eurokurs am Montag ein Vierwochen-Hoch markiert. Die Gemeinschaftswährung erreichte mit 1,2 093 Dollar zeitweise den höchsten Kurs seit Anfang Februar. Am Nachmittag war der Euro 1,2 023 Dollar wert. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,2017 (Freitag: 1,2020) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,8 322 (0,8 319) Euro.

"Das Zinsargument hat den Euro heute gestützt", sagte Volkswirt Bastian Hepperle von der WestLB. EZB-Präsident Jean-Claude Trichet habe die Finanzmärkte in ihrer Ansicht bestätigt, wonach in den kommenden Monaten weitere Leitzinsanhebungen anstünden. Damit werde der Rückstand zum amerikanischen Zinsniveau in diesem Jahr schmelzen. Diese Aussicht stütze den Euro, sagte Hepperle. 2005 hatte der stetig gewachsene US-Zinsvorsprung zunehmend Kapital in die Vereinigten Staaten gelockt und so den Dollarkurs um mehr als 14 Prozent zum Euro steigen lassen.

Trichet bekräftigte vor Journalisten in Paris die Bereitschaft der Währungshüter zu weiteren Zinserhöhungen. Die EZB werde alle notwendigen Schritte ergreifen, um die Inflation unter Kontrolle zu halten. Die EZB hatte ihren Leitzins am Donnerstag zum zweiten Mal innerhalb von drei Monaten um 0,25 Punkte auf jetzt 2,50 Prozent angehoben. Die WestLB rechnet am Jahresende mit einem Zinsniveau von 3,25 Prozent. In den USA liegt das Zinsniveau derzeit bei 4,50 Prozent.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,6 855 (0,6 850) britische Pfund , 141,04 (139,96) japanische Yen und 1,5 607 (1,5 628) Schweizer Franken fest. Die Feinunze Gold wurde in London mit 565,250 (586,60) Dollar gefixt.

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