Eugen Weinberg
Commerzbank: Ölpreis wird einbrechen

Der jüngste Ölpreisanstieg auf mittlerweile 75 Dollar pro Barrel wird nach Einschätzung von Eugen Weinberg, Leiter der Abteilung Rohstoff-Research bei der Commerzbank, nur von kurzer Dauer sein. Seiner Einschätzung nach platzt die Spekulationsblase im Herbst.

HB DÜSSELDORF/LONDON. Gegenüber der "Wirtschaftswoche" sagte Weinberg, derzeit erlebten wir "eine Neuauflage der Spekulationsblase aus dem Vorjahr". "Der Preis spiegelt nicht die fundamentale Lage auf dem Ölmarkt wieder", so Weinberg weiter. Auch wolle die US-Rohstoffbörsenaufsicht CFTC den Einfluss der Finanzanleger an den Terminmärkten jetzt begrenzen. Dies werde, so Weinberg, fallende Ölpreise zur Folge haben: "Weil die meisten Anleger derzeit aktiv oder passiv über Indexinvestments auf steigende Preisen setzen". Der Rohstoffexperte prognostizierte "starke Veränderungen an den Rohstoffmärkten noch in diesem Herbst".

Die Ölpreise hatten am Freitag nach dem Vortagesschub ihren Höhenflug fortgesetzt. Am Abend kostete ein Barrel (159 Liter) Rohöl der US-Referenzsorte West Texas Intermediate (WTI) zur Oktober-Auslieferung 72,96 Dollar. Das waren 47 Cent mehr als am Vortag. Am Donnerstagabend war der WTI-Ölpreis innerhalb von wenigen Stunden um drei Dollar auf knapp 73 Dollar gestiegen. Marktteilnehmer nannten als Gründe Konjunkturoptimismus und steigende Aktienmärkte. In London kostete ein Fass der Nordseesorte Brent am Freitagabend 73,00 Dollar und damit 49 Cent mehr als am Vortag. Mit der etwas schwächeren Verfassung am US-Aktienmarkt lösten sich die Notierungen aber etwas von ihren Tageshöchstständen.

Der Preis für Rohöl der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) ist unterdessen leicht gefallen. Nach Berechnungen des Opec-Sekretariats vom Freitag kostete ein Barrel am Donnerstag im Durchschnitt 70,36 Dollar. Das waren acht Cent weniger als am Mittwoch. Die Opec berechnet ihren täglichen Korbpreis auf Basis von zwölf wichtigen Sorten des Kartells.

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