Euro/Dollar
Euro stabil, türkische Lira im freien Fall

Der Euro notiert auch am Montagmorgen über 1,17 Dollar. Die türkische Lira hingegen werfen viele Anleger aus dem Depot. Der Streit mit den USA belastet auch den türkischen Aktienmarkt – zum wiederholten Male.
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FrankfurtDer Euro hat am Montag weiter über der Marke von 1,17 US-Dollar notiert. Am Morgen kostete die Gemeinschaftswährung 1,1735 Dollar und damit in etwa so viel wie am späten Freitagabend. Starke Impulse gab es im Handel zwischen Euro und Dollar zunächst nicht. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Freitagnachmittag auf 1,1707 Dollar festgelegt.

Massiv unter Druck geriet die türkische Lira nach dem politischen Streit mit der USA. Anleger warfen die Lira im hohen Bogen aus dem Depot. Der Dollar verteuerte sich um mehr als vier Prozent auf ein Sechseinhalb-Monats-Hoch von 3,77 Lira. Der Euro stieg um ein Prozent auf 4,24 Lira und erreichte damit sogar ein Rekordhoch. „Wenn der Lira-Verfall weitergeht, könnte sich die türkische Zentralbank gezwungen sehen zu intervenieren und die Zinsen zu erhöhen“, sagte Anlagestratege Timothy Ash vom Vermögensverwalter Blue Bay.

Im asiatischen Handel waren die Verluste wesentlich höher gewesen. Die Renditen und Risikoaufschläge für türkische Staatsanleihen, die in der Landeswährung gehandelt werden, stiegen deutlich an. Die scharfe Reaktion der Finanzmärkte begründeten Analysten auch damit, dass die Märkte von der politischen Eskalation überrascht worden seien. Beobachter erinnerten zudem daran, dass die türkische Lira ohnehin eine anfällige Währung sei. Die Türkei ist auf einen stetigen Zustrom ausländischen Kapitals angewiesen, um ihr Defizit im Außenhandel zu finanzieren. Zudem leidet die Attraktivität der Lira unter der hohen Inflation in der Türkei von rund elf Prozent.

Auch Anleger reagierten nervös. Der Leitindex der Istanbuler Börse rutschte am Montag um zeitweise 4,7 Prozent auf ein 16-Wochen-Tief von 99.210 Punkten ab. „Die Situation scheint wirklich sehr ernst zu sein“, sagte Ash.

In der vergangenen Woche hatten die türkischen Behörden einen Mitarbeiter des US-Konsulats in Istanbul festgenommen. Ihm wurde vorgeworfen, Verbindungen zu dem in den USA lebenden türkischen Geistlichen Fethullah Gülen zu haben. In ihm sieht die Türkei den Drahtzieher des Putschversuchs im vergangenen Jahr. Der Nachrichtenagentur Anadolu zufolge soll es sich bei dem Festgenommenen um einen türkischen Staatsbürger handeln.

Nach der Festnahme haben beide Länder die gegenseitige Visa-Erteilung ausgesetzt. Es sei nötig, neu zu bewerten, wie sich die Türkei der Sicherheit der US-Vertretungen und ihrer Mitarbeiter verpflichtet fühle, erklärte die US-Botschaft in Ankara am Sonntag. Wenig später kündigte die türkische Vertretung in Washington den gleichen Schritt an.

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Agentur
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Kommentare zu " Euro/Dollar: Euro stabil, türkische Lira im freien Fall"

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  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Herr Toni Ebert@Ihre Meinung kann eintreffen, mal sehen ob der Wertegemeinschaft das amerikanische Geld ausgeht. Der böse Herr Trump will Siege sehen, was aber ist schöner als zerstörte islamische Staaten, für die die Russen zahlen sollen. Herr Putin würde dafür praktisch tot geliebt und auch die Perser würden die Korken knallen lassen.

  • Herr Holger Narrog...die Türkei hatte in der Tat einen jahrelangen, beeindruckenden Aufstieg hingelegt.
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    Und nun werden sie einen beispiellosen Niedergang hinlegen. Und vermutlich sind es die Syrer und die Kurden, die dann zum finale blasen.

    Putin, ein wahrer Staatsmann, der von seinem Volk geliebt wird. muss nur zusehen und warten, bis er die Grenzen seines geliebten Vaterlandes erst bis Syrien und dann an die Grenze zu Israel verlegen kann.

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