Euro/Dollar
Österreich-Wahl belastet Gemeinschaftswährung

Mit 1,1791 US-Dollar notiert der Euro am Montagmorgen schwächer. Kopfschmerzen bereitet Börsianern der Ausgang der Wahl in Österreich, unter anderem wegen der Folgen für die europäische Integration, sagen Analysten.
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FrankfurtWegen möglicher Verzögerungen bei der europäischen Integration haben sich einige Anleger am Montag aus dem Euro zurückgezogen. Zuletzt wurde die von der weiteren Entwicklung im Katalonien-Konflikt geschwächte Gemeinschaftswährung bei 1,1798 Dollar gehandelt. Der Dollar hatte damit 0,8472 (0,8467) Euro gekostet. Kopfschmerzen bereite Börsianern der Ausgang der Wahl in Österreich, urteilte Portfolio-Manager Thomas Altmann vom Vermögensberater QC Partners.

„Mit einer Koalition aus ÖVP und FPÖ wird eine engere (finanz-)politische Verzahnung der EU- und Euro-Staaten nicht gerade wahrscheinlicher. Für die hoch verschuldeten Euro-Staaten ist das Wahlergebnis mit Sicherheit keine gute Nachricht.“ Der österreichische Aktienmarkt gab gegen den europäischen Trend ebenfalls nach und büßte 0,3 Prozent ein.

Ein weiterer Belastungsfaktor seien die Landtagswahlen in Niedersachsen, sagte Commerzbank-Analystin Esther Reichelt. Die Verluste der dortigen CDU verschlechterten die Position von der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel. „Damit steigt aus Sicht von Euro-Investoren die Gefahr, dass Merkel in den auf Bundesebene nun im Fokus stehenden Koalitionsverhandlungen zu größeren Zugeständnissen an die Liberalen gedrängt werden könnte, deren Europa-Standpunkte dem Devisenmarkt wenig gefallen dürften.

Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuletzt am Freitagnachmittag auf 1,1810 Dollar festgesetzt. Am Wochenende hatte US-Notenbankchefin Janet Yellen gesagt, dass sie vor dem Hintergrund der robusten US-Konjunktur ein baldiges Anziehen der Inflation erwartet. Die Einschätzung der Fed-Präsidentin, dass die zuletzt ungewöhnlich schwache Preisentwicklung nicht von langer Dauer sei, bestimme am Morgen den Devisenhandel, kommentierte Experte Ray Attrill von der National Australia Bank.

Für etwas Auftrieb sorgte vorübergehend eine Meldung der Nachrichtenagentur Bloomberg, derzufolge einige EZB-Währungshüter nur noch einen sehr begrenzten Spielraum für eine Fortsetzung des Wertpapierkaufprogramms sehen. Im kommenden Jahr seien insgesamt nur noch Papiere im Volumen von rund 200 Milliarden Euro verfügbar, hieß es unter Berufung auf mit der Sache vertraute EZB-Vertreter.

Ein unerwartet schwacher Anstieg der Inflation in den USA im September konnte den Euro zuletzt am Freitag deutlich bewegen, allerdings waren die Kursgewinne nur von kurzer Dauer. Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,88753 (0,88980) britische Pfund, 131,99 (132,49) japanische Yen und 1,1514 (1,1533) Schweizer Franken fest. Die Feinunze Gold wurde in London am Nachmittag mit 1303,30 (1299,60) Dollar gefixt.

Hier geht es zur Seite mit dem Euro-Dollar-Kurs, hier können Sie aktuelle Wechselkurse berechnen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Euro/Dollar: Österreich-Wahl belastet Gemeinschaftswährung"

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  • STARÖKONOM ADAM POSEN
    Vier Prozent als Inflationsziel
    von:
    Frank Wiebe
    Datum:
    16.10.2017 11:42 Uhr
    PREMIUMÖkonomen und Notenbanker suchen nach neuen Wegen für die Geldpolitik. Die meisten davon dürften einer breiten Bevölkerung schwer zu vermitteln sein, meint Adam Posen, Chef des Peterson-Instituts – und fordert ein simples Inflationsziel.

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    Wo sollen vier Prozent Inflation her kommen wenn man in Deutschland nicht einmal die 2 Prozent Inflation erreichte trotz 60 bis 80 Milliarden Euro vernichtetes Gelder Monatlich durch die EZB ???

    Bevor man sich aber vernünftigerweise um Spekulationen über Inflationen betätigen oder äussern sollte, sollte man viel lieber sich fragen wenn diese Europäische Union diese 60 bis 80 Milliarden Euro zusammen mit der EZB LIEBER NICHT MONAT FÜR MONAT DIREKT IN NEUE INDUSTRIEN INVESTIEREN SOLLTE und dieses am Besten in PORTUGAL, GRIECHENLAND, SPANIEN und selbst ITALIEN !!!

    Dann wären die Kreditnehmer eventuell wieder in geregelte Arbeitsverhältnisse und könnten die Kredite nicht verfaulen lassen sondern tilgen da dann Einkommen wieder vorhanden wäre der sogar zusätzlichen Konsum ermöglichen würde und so die wahre Mitteln für eine GESUNDE INFLATION erbracht hätten !

    So hat die EZB Monat für Monat vor dem Brunnen gestanden ( TIEFEN BRUNNEN DER SCHULDEN EUROPAS ) und hat da Milliarden von Euro hinunter geworfen und dann immer nur gefragt :

    " SCHULDENNÄSSE SEID IHR ENDLICH AUFGESAUGT UND SEID IHR JETZT ENDLICH IM TROCKNEN ? "

    Doch das Wasser im Brunnen wird immer mehr anstatt aufgesaugt zu sein !

    Nur versteht es weder die Europäische Union noch die EZB wo es wirklich lang zu gehen hat in und mit Europa !

    Und dann schaut man auf die USA und man glaubt es kaum, da steht ein Erfolg nach dem anderen im Amerikanischen Raum !

    Dann aber noch auf US-President TRUMP schimpfen in Europa?

    Europa braucht einen Europäischen TRUMP und NICHT MACRON, NICHT RAJOY und AUCH NICHT MEHR FRAU MERKEL ! ( War Gut aber ist verbraucht ! )



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