Euro fällt
Weniger Wetten gegen die US-Währung

Vor einer Reihe von Notenbanksitzungen haben Anleger am Montag zunächst nicht weiter auf einen fallenden Dollar gewettet. Daraufhin machte die US-Währung insbesondere zum Euro Boden gut. Spekulationen zufolge stehen weitere Interventionen der Notenbank in Japan bevor.
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HB FRANKFURT. "Der Markt hat eine substanzielle Position auf einen fallenden Dollarkurs, aber zu Beginn einer wichtigen Datenwoche fragt man sich, ob die Risikoposition gerechtfertigt ist", sagte Paul Mackel, Leiter der Währungsstrategie bei HSBC. Der Euro fiel auf 1,3704 Dollar und gab damit im Vergleich zum späten US-Freitagsgeschäft fast einen US-Cent nach. Händler sprachen zudem von Gewinnmitnahmen, nachdem die Gemeinschaftswährung im September rund acht Prozent an Wert gewonnen hatte.

Nach Angaben der für Terminkontrakte zuständigen US-Aufsicht von Freitag stieg das Volumen an Positionen auf einen fallenden Dollar (Short-Positionen) zum 28. September auf 22 Mrd. Dollar nach 14,2 Mrd. Dollar in der Woche zuvor. Das war die höchste Wette gegen den Dollar seit Juni 2008. Händlern zufolge wurden die Anleger zu Wochenbeginn jedoch etwas vorsichtiger und deckten sich wieder mit der US-Währung ein.

Während die Bank of Japan am Montag bereits tagte, stehen am Donnerstag die Zinsentscheidungen der Europäischen Zentralbank (EZB) und der Bank of England an.

Händlern zufolge schlossen Anleger vor allem deshalb Short-Positionen, weil sie auf weitere Interventionen der japanischen Notenbank gegen die Yen-Stärke spekulierten.

"Wir sehen gute Chancen, dass die Zentralbank umfangreiche geldpolitische Lockerungsmaßnahmen ankündigt, nicht zuletzt um den weiter starken Yen nachhaltiger zu schwächen", heißt es in einem Marktkommentar des Bankhauses Metzler. Der Dollar kletterte zeitweilig auf bis zu 83,86 Yen, gab dann jedoch wieder nach und kostete am Mittag 83,24 Yen.

Investoren am Rentenmarkt setzten auf erneute Anleihenkäufe der Notenbanken in den USA und England. Zuletzt hatte der im für Zinsentscheidungen zuständigen Offenmarktausschuss der Fed stimmberechtigte William Dudley gesagt, sollte sich der Wirtschaftsausblick nicht aufhellen, spreche dies für weitere Aktionen der Fed. "Die Erwartung, dass die Fed und womöglich auch die Bank von England nochmals Staatsanleihen kaufen werden, hebt die Stimmung am Rentenmarkt generell", sagte Zinsstratege Nick Stamenkovic von RIA Capital Markets. Der Bund-Future stieg um 38 Ticks auf 131,69 Zähler. Die zehnjährige Bundesanleihe rentierte mit 2,252 Prozent.

Griechische und irische Papiere profitierten von Vertrauensbekundungen Chinas. Die Renditeaufschläge zehnjähriger griechischer beziehungsweise irischer Anleihen zur Bundesanleihe mit gleicher Laufzeit fiel auf 789 beziehungsweise 413 Basispunkte.

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