Euro
Gemeinschaftswährung legt zu

Enttäuschende US-Einzelhandelszahlen und Rückschläge bei der Industrieproduktion belasten den Dollar. Der Eurokurs legt deswegen am Donnerstag deutlich zu. Auch das britische Pfund profitiert von der US-Flaute.
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Frankfurt/MainDer Kurs des Euro ist am Freitag merklich gestiegen. Die europäische Gemeinschaftswährung wurde am Nachmittag mit 1,1977 US-Dollar gehandelt. Im frühen Handel hatte der Euro nur knapp über der Marke von 1,19 Dollar notiert. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,1963 (Donnerstag: 1,1885) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8359 (0,8414) Euro.

Belastet wurde der Dollar durch enttäuschende Zahlen zum US-Einzelhandel. Die Umsätze sind im August um 0,2 Prozent zum Vormonat gesunken. Bankvolkswirte hatten hingegen mit einem Anstieg um 0,1 Prozent gerechnet. Einen starken Rückschlag gab es bei der US-Industrieproduktion im August. Allerdings wurden die Zahlen durch den Hurrikan „Harvey“ verzerrt. Durch die Folgen des tropischen Wirbelsturms sind an der Südküste der USA Teile der Ölindustrie und der chemischen Industrie zeitweise ausgefallen.

Das britische Pfund wurde durch Notenbankeraussagen beflügelt. Zum Dollar stieg die britische Währung auf den höchsten Stand seit Ende Juni 2016. Der Pfund-Kurs kletterte in der Spitze bis auf 1,3616 US-Dollar. Seit den Kursverlusten infolge des Brexit-Votums hatte das Pfund nicht mehr höher notiert. Vor der Brexit-Entscheidung Ende Juni 2016 hatte das Pfund allerdings noch über der Marke von 1,50 Dollar notiert. Auch zum Euro stieg die britische Währung deutlich.

Laut Gertjan Vlieghe, Mitglied im geldpolitischen Ausschuss der Bank of England, könnte in Großbritannien eine Leitzinsanhebung in den nächsten Monaten notwendig werden. Ähnliche Aussagen sind zwar auch in dem am Donnerstag veröffentlichten Protokoll zur jüngsten Zinssitzung zu finden. Die Aussagen sind aber bemerkenswert, da Vlieghe als geldpolitische Taube gilt. Er tendiert also im Zweifel zu einer eher lockeren Geldpolitik.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,88043 (0,89123) britische Pfund, 132,92 (131,55) japanische Yen und 1,1480 (1,1496) Schweizer Franken fest. Die Feinunze Gold wurde in London am Nachmittag mit 1322,85 (1324,55) Dollar gefixt.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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