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Euro gewinnt leicht nach Erholung der Renten

Eine Umkehrung der Tendenzen an Aktien- und Rentenmärkten im Handelsverlauf hat dem Euro am Dienstag eine Erholung auf das Niveau des Vortages ermöglicht.

Reuters FRANKFURT. Während der Deutsche Aktienindex am Mittag ins Minus drehte, begrenzten die europäischen Rentenpapiere ihre Verluste und drehten teilweise sogar ins Plus. Derzeit profitiert der Euro von steigenden Renten-Renditen, da Anleger wegen höherer Renditen Staatsanleihen aus der Euro-Zone denen aus den USA vorziehen. Diese Renditen leiten sich aus dem Niveau der Leitzinsen ab, die in den USA bei 1,00 Prozent und im Euro-Währungsgebiet bei 2,00 Prozent liegen. An den Rentenmärkten verhalten sich die Kurse in der Regel entgegengesetzt zu denen am Aktienmarkt, da die Investoren ihr Kapital von einem Markt in den anderen verschieben.

Am Nachmittag notierte der Euro mit 1,1322 Dollar nach 1,1313 Dollar zu Handelsschluss am Montag in New York. Im Tagesverlauf war die Gemeinschaftswährung bis auf 1,1267 Dollar gefallen. Im Referenzkursverfahren EuroFX wurde der Kurs des Euro mit 1,1276 (Montag 1,1366) Dollar festgelegt. Die EZB ermittelte den Referenzkurs mit 1,1326 (1,1360) Dollar.

Am Euro-Rentenmarkt notierte der richtungweisende Bund-Future mit sechs Ticks im Plus bei 115,67 Punkten, nachdem er auf 115,27 gefallen war.

Insgesamt beurteilen Marktteilnehmer die Aussichten für den Euro und die europäischen Anleihen zurzeit als negativ. Die Investoren schauten nicht nur nach möglichen Renditen, die mit Anleihen erzielt werden könnten, sondern seien mehr und mehr bereit, Aktien zu kaufen. Während-Euro-Anleihen allerdings einen Vorteil gegenüber Dollar-Anleihen haben, sind Euro-Aktien nicht stärker gefragt als ihre US-Pendants. Das bedeutet, dass Verkäufer von Euro-Anleihen im Gegenzug nicht automatisch Euro-Aktien kaufen. Versprechen Dollar-Aktien höhere Gewinne, dann hat dies zur Folge, dass Kapital aus der Euro-Zone in den Dollar-Raum fließt. Damit steigt auch der Kurs des Dollar zum Euro.

Analysten zufolge spricht auch der unterschiedliche Konjunkturausblick für die USA und die Euro-Zone derzeit für einen Anstieg des Dollar. „Trotz der jüngsten Anzeichen für eine konjunkturelle Belebung in den USA haben sich die realwirtschaftlichen Daten für die Euro-Zone nicht verbessern können“, schrieben die Analysten der Helaba Trust in einem Marktkommentar. „Im Gegenteil: Der europäische Währungskommissar Pedro Solbes verkündete zuletzt die Abwärtsrevision der Wachstumsprognose für den Euroraum auf lediglich noch 0,7 Prozent.“

Daten aus Deutschland zeichneten am Dienstag erneut ein trübes Bild der Konjunktur. Die deutsche Produktion sank im Mai und verringerte damit die Chancen auf Wirtschaftswachstum im zweiten Vierteljahr. Von April auf Mai nahm die Erzeugung im Produzierenden Gewerbe saisonbereinigt 0,7 Prozent ab. Arbeitsmarktdaten fielen zwar besser als von Analysten erwartet aus, aber dies lässt Volkswirten zufolge noch nicht auf eine positive Trendwende schließen. Die Zahl der in Deutschland registrierten Arbeitslosen ging im Juni unerwartet deutlich um rund 85.000 auf 4,257 Millionen Erwerbslose zurück. Die unbereinigte Arbeitslosenquote fiel von 10,4 auf 10,2 Prozent. Trotz des Rückgangs erreichte die Arbeitslosenzahl den höchsten Juni-Stand seit der Wiedervereinigung.

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