Devisen + Rohstoffe
Euro gibt leicht nach

Die europäische Gemeinschaftswährung hat am Dienstag in Reaktion auf unerwartet starke US-Konjunkturdaten zum Dollar etwas nachgegeben. Die Gemeinschaftswährung notierte am Nachmittag bei 1,2123 Dollar nach 1,2181 Dollar zum Vortagesschluss in New York.

HB FRANKFURT. Zuvor war der vom Wirtschaftsforschungsinstitut Conference Board ermittelte US-Verbrauchervertrauens-Index für Juni überraschend stark auf das höchste Niveau seit zwei Jahren gestiegen. „Das ist auf jeden Fall ein Stärkezeichen für die US-Konjunktur. Trotzdem werden viele sich angesichts der anstehenden US-Zinsentscheidung zurückhalten“, sagte ein Händler. Volkswirte rechnen damit, dass ein starkes Vertrauen der US-Konsumenten in die Wirtschaftsentwicklung des Landes sich in einem erhöhten privaten Verbrauch niederschlägt. Die Konsumausgaben machen rund zwei Drittel der US-Wirtschaftsleistung aus.

Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzwert des Euro am frühen Nachmittag mit 1,2169 (Montag: 1,2208) Dollar festgelegt. Im Referenzverfahren der Banken EuroFX notierte die Gemeinschaftswährung bei 1,2133 (1,2167) Dollar.

Mit Spannung blicken Anleger nun auf die Zinsentscheidung in den USA. Volkswirte rechnen überwiegend damit, dass sich der Offenmarktausschuss (FOMC) der US-Notenbank (Fed) auf seiner zweitägigen Sitzung für eine Anhebung des wichtigsten Leitzinses von derzeit einem Prozent um 25 Basispunkte entscheidet. Die Veröffentlichung des Fed-Zinsbeschlusses wird für Mittwochabend (MESZ) erwartet. „Vor der Entscheidung wird kaum jemand neue große Positionen im Devisenmarkt eingehen“, sagte Devisenanalystin Dorothea Huttanus von der DZ-Bank.

Die Entwicklung an den Devisenmärkten hängt nach Einschätzung von Experten vor allem davon ab, welche Hinweise die Fed zur weiteren Zinsentwicklung in den USA gibt. „Es rechnen im Grunde alle mit 25 Basispunkten, und wenn das kommt, dann ist die Anhebung selbst unwichtig“, sagte ein Devisenhändler. Sollte der Ausblick schnelle weitere Zinserhöhungen - vielleicht schon im August - andeuten, wäre das positiv für den Dollar, sagte Huttanus.

Weitere Zinsanhebungen in schneller Abfolge würden die Zinsdifferenz zwischen der Euro-Zone und den USA zügig zusammenschrumpfen lassen und somit Geldanlagen jenseits des Atlantiks wieder attraktiver machen. Derzeit liegt der Leitzins in den USA mit einem Prozent auf historisch niedrigem Niveau, in der Euro-Zone dagegen liegt der wichtigste Zinssatz zur Versorgung der Kreditwirtschaft mit Zentralbankgeld doppelt so hoch.

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