Euro-Kopplung
„Die Schweiz gewinnt Zeit, aber wird nicht erfolgreich sein“

Die Schweizer gehen mit der Bindung an den Euro völlig neue Wege. Doch Hans-Günter Redeker ist skeptisch: Der Morgan-Stanley-Experte hält die Strategie bestenfalls für eine Übergangslösung - und warnt vor den Folgen.
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Herr Redeker, die Schweizer Notenbank will den Franken bei 1,20 Franken je Euro halten. Wie sind die Erfolgsaussichten dieser Strategie?

Sie gewinnt damit vor allem Zeit. Viele Schweizer Unternehmen müssen ihre Exporterlöse des nächsten Jahres noch durch Wechselkurstermingeschäfte absichern. Das haben sie in der Hoffnung auf einen günstigeren Kurs bisher nicht getan. Mitte Dezember sollte das geschehen sein. Danach könnte ich mir gut vorstellen, dass die Notenbank ihre Politik wieder ändert.

Sie glauben also nicht an eine dauerhafte Anbindung des Frankens an den Euro?

Nein, das ist mit den Statuten der Schweizerischen Nationalbank nicht vereinbar. Die sehen keine Bindung an eine andere Währung vor.

Den Markt scheint sie von ihrer Entschlossenheit überzeugt zu haben. Der Wechselkurs ging sofort auf den angestrebten Wert.

Das ist nur die erste Reaktion. Der Markt wird dieses Kursziel auf jeden Fall testen. Und das umso stärker, je länger die Vertrauenskrise im Euro-Raum anhält.

Woran könnte die Notenbank mit ihrem Wechselkursziel scheitern?

Die Währungsreserven der Notenbank werden ein Blickfang für die Märkte werden. Sie liegen derzeit schon bei 45 Prozent des Bruttoinlandsprodukts, international ein Spitzenwert. Das lässt sich nicht beliebig anheben, ohne dass die Notenbank sich ein riesiges Bewertungsrisiko auflädt, das letztlich ihr Eigenkapital auslöschen könnte. Deshalb glaube ich, das Kursziel ist nur ein temporäres.

Könnte das Schweizer Beispiel international Schule machen?

Wir erleben einen internationalen Abwertungswettlauf. Wenn die Maßnahme in einem solchen Umfeld für die Schweiz erfolgreich wäre, würde sie wohl Nachahmer finden. Ich glaube allerdings nicht, dass sie erfolgreich sein wird.

Norbert Häring berichtet für das Handelsblatt über Wirtschaftswissenschaften. Quelle: Pablo Castagnola
Norbert Häring
Handelsblatt / Ökonomie-Korrespondent

Kommentare zu " Euro-Kopplung: „Die Schweiz gewinnt Zeit, aber wird nicht erfolgreich sein“"

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  • Tja Herr Redeker lag ja schon mal brutal daneben. Wer auf ihn gehört hat ist ruiniert.

  • Ihrem Kommentar zu folgen ist sehr schwer! Ihr Spruch hat sich bestimmt in der Währung geirrt und sollte EURO heissen.

  • Der Experte von Morgan ist wohl dicke im Minus. Bravo Schweiz! So macht man das. Es ist ganz einfach.

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