Euro-Kopplung

„Die Schweiz gewinnt Zeit, aber wird nicht erfolgreich sein“

Die Schweizer gehen mit der Bindung an den Euro völlig neue Wege. Doch Hans-Günter Redeker ist skeptisch: Der Morgan-Stanley-Experte hält die Strategie bestenfalls für eine Übergangslösung - und warnt vor den Folgen.
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Hans-Günter Redeker sieht die Bindung des Franken an den Euro skeptisch. Quelle: Hans Redeker

Hans-Günter Redeker sieht die Bindung des Franken an den Euro skeptisch.

(Foto: Hans Redeker)

Herr Redeker, die Schweizer Notenbank will den Franken bei 1,20 Franken je Euro halten. Wie sind die Erfolgsaussichten dieser Strategie?

Sie gewinnt damit vor allem Zeit. Viele Schweizer Unternehmen müssen ihre Exporterlöse des nächsten Jahres noch durch Wechselkurstermingeschäfte absichern. Das haben sie in der Hoffnung auf einen günstigeren Kurs bisher nicht getan. Mitte Dezember sollte das geschehen sein. Danach könnte ich mir gut vorstellen, dass die Notenbank ihre Politik wieder ändert.

Sie glauben also nicht an eine dauerhafte Anbindung des Frankens an den Euro?

Nein, das ist mit den Statuten der Schweizerischen Nationalbank nicht vereinbar. Die sehen keine Bindung an eine andere Währung vor.

Den Markt scheint sie von ihrer Entschlossenheit überzeugt zu haben. Der Wechselkurs ging sofort auf den angestrebten Wert.

Das ist nur die erste Reaktion. Der Markt wird dieses Kursziel auf jeden Fall testen. Und das umso stärker, je länger die Vertrauenskrise im Euro-Raum anhält.

Woran könnte die Notenbank mit ihrem Wechselkursziel scheitern?

Die Währungsreserven der Notenbank werden ein Blickfang für die Märkte werden. Sie liegen derzeit schon bei 45 Prozent des Bruttoinlandsprodukts, international ein Spitzenwert. Das lässt sich nicht beliebig anheben, ohne dass die Notenbank sich ein riesiges Bewertungsrisiko auflädt, das letztlich ihr Eigenkapital auslöschen könnte. Deshalb glaube ich, das Kursziel ist nur ein temporäres.

Könnte das Schweizer Beispiel international Schule machen?

Wir erleben einen internationalen Abwertungswettlauf. Wenn die Maßnahme in einem solchen Umfeld für die Schweiz erfolgreich wäre, würde sie wohl Nachahmer finden. Ich glaube allerdings nicht, dass sie erfolgreich sein wird.

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8 Kommentare zu "Euro-Kopplung: „Die Schweiz gewinnt Zeit, aber wird nicht erfolgreich sein“"

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  • Tja Herr Redeker lag ja schon mal brutal daneben. Wer auf ihn gehört hat ist ruiniert.

  • Ihrem Kommentar zu folgen ist sehr schwer! Ihr Spruch hat sich bestimmt in der Währung geirrt und sollte EURO heissen.

  • Der Experte von Morgan ist wohl dicke im Minus. Bravo Schweiz! So macht man das. Es ist ganz einfach.

  • So sehe ich das auch.
    Man vergleiche nur frühere Artikel des "Experten", darin hielt er für 2009 die Parität Euro/Dollar für sehr wahrscheinlich.
    http://www.wirtschaftsblatt.at/home/boerse/investor/2009-sehen-wir-die-paritaet-348172/index.do

  • Da wird ein Bock zum Gärtnern befragt. Interessant wäre zu wissen, wie hoch der Anteil vom M&S an der 60 Milliarden Wette gegen den Euro ist.
    Ist wie wenn man einen Rauschgiftproduzenten befragt, was er von der Legalisierung von Rauschgift hält. Der wird auch dagegen sein und sagen es funktioniert nicht, denn seine Profite würden einbrechen.

  • Gutes Interview und gute Kommentare. Bin für den Schweizer Franken mittelfristig auch bullish!

  • Sehr weitsichtiger Kommentar. Wenn man die politischen und psychologischen Implikationen miteinbezieht, wie es auf www.volatility-management.ch sehr gut beschrieben wurde, dann ist eigentlich klar, dass die SNB Intervention mittelfristig schietern muss - es sei denn, die Eurozone zerfiele in den nächsten 6 Monatem mit einer starken Folgewährung in Mitteleuropa.

  • chf im sommerschlussverkauf so lange der vorrat reicht

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